Wolfenbüttel streicht Radschnellstraße – Sparmaßnahme oder falsche Priorität?
Winfried JunkWolfenbüttel streicht Radschnellstraße – Sparmaßnahme oder falsche Priorität?
Wolfenbüttel steht vor einem Haushaltsloch von 19 Millionen Euro und muss harte finanzielle Entscheidungen treffen. Die CDU/FDP-Koalition schlägt vor, durch den Stopp des Baus einer neuen Fahrradschnellstraße 1,3 Millionen Euro einzusparen. Der Vorschlag hat eine Debatte über die Prioritäten und die Zukunft der Stadt entfacht.
Die geplante Radschnellverbindung sollte eine moderne Alternative zum Autoverkehr bieten. Befürworter betonen, sie sei ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Stadtentwicklung und den Klimaschutz. Zudem warnen sie, dass ein Abbruch des Projekts nun das Vertrauen in langfristige Investitionen untergraben würde.
Gegner verweisen hingegen auf die akute Haushaltsnot. Zwar würde die Einsparung von 1,3 Millionen Euro das Defizit verringern, doch blieben die tieferliegenden strukturellen Probleme ungelöst. Die Ratsmehrheit hat bisher nicht dargelegt, wo weitere Kürzungen ansetzen oder wie zusätzliche Einnahmen generiert werden könnten.
Kritiker weisen außerdem darauf hin, dass Wolfenbüttel derzeit kaum attraktive Alternativen zum Autoverkehr bietet. Ohne die Radschnellverbindung sieht die Perspektive für eine Verbesserung der Verkehrsoptionen in den kommenden Jahren düster aus.
Der Stopp des Projekts würde zwar kurzfristig Mittel freimachen, die Haushaltskrise aber nicht lösen. Die Stadt muss weiterhin ihre Finanzlücke schließen und die Verkehrsbedürfnisse decken. Die Diskussion spiegelt die grundsätzliche Frage wider, wie kurzfristige Einsparungen mit langfristigen Zielen in Einklang zu bringen sind.






