Wolfenbüttel setzt auf Radschnellweg nach Braunschweig – trotz Millionen-Defizit
Serpil KranzWolfenbüttel setzt auf Radschnellweg nach Braunschweig – trotz Millionen-Defizit
Wolfenbüttel plant neue Radschnellverbindung nach Braunschweig – trotz Haushaltsloch von 19 Millionen Euro
In Wolfenbüttel wird derzeit über den Bau einer neuen Radschnellverbindung zwischen der Stadt und Braunschweig diskutiert. Das Vorhaben kommt zu einer Zeit, in der die Kommune mit einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro kämpft. Die Debatte über die Priorität des Projekts hat zu politischen Kontroversen geführt.
Aktuelle Daten zeigen, dass der Radverkehr zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig derzeit weniger als fünf Prozent aller Fahrten ausmacht. Eine Zählstation verzeichnete 2025 im Schnitt 367 Radfahrten pro Werktag. Geht man davon aus, dass jeder Pendler die Strecke zweimal passiert, nutzen schätzungsweise 241 Menschen die Verbindung täglich.
Die Stadtverwaltung schätzt, dass die Radschnellstrecke künftig bis zu 2.000 Fahrten pro Tag ermöglichen könnte. Die geplanten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1,365 Millionen Euro. Der Stadtrat lehnte kürzlich einen Antrag von CDU und FDP ab, der den Stopp der Radschnellverbindung gefordert hatte – Wolfenbüttel bleibt damit vorerst dabei.
Die politischen Meinungen zum Projekt gehen auseinander. Leonhard Pröttel von den Grünen kritisierte die CDU, sie solle sich stattdessen auf die Verbesserung der lokalen Radinfrastruktur konzentrieren. Die SPD-Fraktion hingegen unterstützt die Radschnellstrecke mit dem Argument, sie sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer.
Trotz finanzieller Engpässe und politischer Diskussionen wird das Projekt vorangetrieben. Sollte die Strecke gebaut werden, könnte sie den Radverkehr zwischen den beiden Städten deutlich steigern. Die Entscheidung signalisiert, dass Wolfenbüttel das Vorhaben vorerst weiterverfolgt.






