Wahlbetrug in Düdingen: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen verdächtiger Stimmzettel
Winfried JunkWahlbetrug in Düdingen: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen verdächtiger Stimmzettel
Behörden in Düdingen untersuchen Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei Gemeinderatswahlen
Die Behörden in Düdingen (Schweiz) ermitteln wegen des Verdachts auf Unregelmäßigkeiten bei den jüngsten Wahlen zum Generalrat. Der Fall wurde bekannt, nachdem Wahlhelfer während der Stimmenauszählung mehrere Dutzend Stimmzettel mit identischer Handschrift entdeckt hatten. Die Angelegenheit wurde inzwischen an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Prüfung übergeben.
Das Wahlbüro stieß erstmals am Sonntag auf das mögliche Problem. Die Verantwortlichen informierten umgehend die Bezirksverwaltung der Region Sense. Die Besorgnis wuchs, als sich zeigte, dass die fraglichen Stimmzettel auffällig ähnliche Handschriften aufwiesen – ein Hinweis auf mögliche Stimmenklau (engl. ballot harvesting), also das unzulässige Sammeln und Einreichen von Stimmen durch Dritte.
Mittlerweile wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft Freiburg weitergeleitet. Die Ermittler prüfen nun, ob eine Straftat nach Artikel 282bis des Schweizer Strafgesetzbuchs vorliegt. Dieses Gesetz verbietet ausdrücklich das Sammeln von Wahlunterlagen durch Dritte, um sie im Namen anderer abzugeben.
Zudem wird untersucht, ob die mutmaßlichen Manipulationen das Wahlergebnis beeinflusst haben könnten. Der Generalrat in Düdingen umfasst 50 Sitze. Bei den letzten Wahlen zwischen 2020 und 2024 waren Parteien wie die FDP (10 Sitze), die CVP (9 Sitze), die SP (8 Sitze), die SVP (6 Sitze) und die EVP (3 Sitze) vertreten.
Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft wertet die Beweise aus, bevor über weitere Schritte entschieden wird. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten rechtliche Konsequenzen nach Schweizer Wahlrecht folgen. Zudem könnte das Ergebnis Auswirkungen auf die Legitimität der aktuellen Zusammensetzung des Generalrats haben.
