VW-Vorstände kassieren 50 Millionen – trotz Gehaltsdeckel und Skandal-Debatte
Serpil KranzVW-Vorstände kassieren 50 Millionen – trotz Gehaltsdeckel und Skandal-Debatte
Die Vorstandsmitglieder von Volkswagen verdienten 2017 mehr als im Vorjahr – insgesamt belief sich ihre Vergütung auf rund 50,3 Millionen Euro. Gleichzeitig reformierte das Unternehmen sein Gehaltssystem und führte Obergrenzen für Spitzengehälter ein. Die Änderungen lösten eine Debatte unter Politikern und in der Öffentlichkeit aus.
2017 führte Volkswagen eine neue Vergütungsstruktur für seine Führungskräfte ein. Das Maximaleinkommen des Konzernchefs wurde auf 10 Millionen Euro festgesetzt, während andere Vorstandsmitglieder höchstens 5,5 Millionen Euro erhalten sollten. Zudem wurden die Regeln für leistungsabhängige Boni verschärft und stärker an künftige Geschäftsergebnisse geknüpft.
Trotz der Deckelung verdiente Konzernchef Matthias Müller im Jahr 2017 insgesamt über 10,1 Millionen Euro. Sein Festgehalt lag bei etwa 9,5 Millionen Euro – ohne Prämien und Pensionsrückstellungen. Müller rechtfertigte die hohe Vergütung mit den großen Verantwortungen und rechtlichen Risiken des Amtes. Er äußerte sogar, Führungskräfte in solchen Positionen hätten stets „einen Fuß im Gefängnis“.
Die Gehaltserhöhungen stießen auf Kritik. Verkehrsminister Andreas Scheuer forderte mehr Zurückhaltung von Spitzenmanagern, besonders nach dem Abgasskandal. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich überrascht über die Steigerungen. Müller wies die Diskussion hingegen als ein typisch deutsches Phänomen zurück und betonte, die Bezahlung sei angemessen.
Das überarbeitete Vergütungssystem setzte zwar neue Grenzen, konnte aber den Anstieg der Gesamtbezüge der Führungsebene nicht verhindern. Kritiker, darunter Regierungsvertreter, hinterfragten den Zeitpunkt und das Ausmaß der Erhöhungen. Das Unternehmen hält dagegen, dass die Gehälter die Anforderungen und Risiken der Führungspositionen widerspiegeln.
