VW verlagert Golf-Produktion nach Mexiko und baut Standorte radikal um
Winfried JunkVW verlagert Golf-Produktion nach Mexiko und baut Standorte radikal um
Volkswagen vollzieht tiefgreifende Veränderungen an seinen deutschen Produktionsstandorten. Bis 2027 verlagert der Konzern Teile der Fertigung des ID.3 von der Bahn Zwickau nach Wolfsburg. Gleichzeitig wird erstmals in der Geschichte des Golf ein Teil der Produktion nach Mexiko verlegt.
Das Werk Wolfsburg durchläuft eine umfassende Umstrukturierung. Bis zum späten Frühling 2026 wird die bisherige Golf-Fertigungslinie 4 vollständig auf die Modelle Tiguan und Tayron umgestellt. Auch die Karosseriebau-Linien für den Golf Variant werden abgebaut – ein deutlicher Zeichen für die Neuausrichtung der Produktion.
Erstmals in seiner Geschichte lässt Volkswagen den Golf außerhalb Deutschlands fertigen: Die Produktion verlagert sich nach Puebla in Mexiko. Anders als beim Käfer, dessen Produktion bereits in den 1960er-Jahren nach Mexiko verlegt wurde, bleibt der Golf jedoch ein Kernmodell mit regelmäßigen Updates. Bis Ende des Jahrzehnts kehrt er dann als rein elektrisches Fahrzeug nach Wolfsburg zurück.
Die Anpassung der Belegschaft gestaltet sich schwierig. Das Unternehmen versucht, Mitarbeiter zwischen den Standorten zu rotieren, um Schwankungen auszugleichen – mit durchwachsenem Erfolg. Slowakische Beschäftigte, die derzeit in deutschen Werken arbeiten, werden bis Ende März in ihre Heimat zurückkehren. Gleichzeitig zeigen Arbeiter aus Emden wenig Interesse an einem dauerhaften Wechsel nach Wolfsburg, selbst bei finanziellen Anreizen.
Die Zahl der Fertigungslinien in Wolfsburg wird in den kommenden Jahren von vier auf zwei reduziert. Diese Verkleinerung spiegelt die grundlegende Neuausrichtung von Volkswagens Produktionsstrategie wider, die sich an der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen orientiert.
Die Umstrukturierung sieht vor, dass der ID.3 teilweise nach Wolfsburg wechselt, während der Golf vorübergehend in der deutschen Bahn gefertigt wird. Ab 2030 soll das Kultmodell dann als Elektroauto zurückkehren. Die Veränderungen unterstreichen, wie Volkswagen seine Fertigung und Personalplanung an die neue Ära der Mobilität anpasst.
