19 June 2026, 16:08

Verurteilter Mörder flieht während Freigangs – und wird in Italien gefasst

Flucht wirft Fragen auf: Mörder bekommt Tagesausgang - Wie kann das sein?

Verurteilter Mörder flieht während Freigangs – und wird in Italien gefasst

Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., ist während eines begleiteten Ausgangs aus der Justizvollzugsanstalt Celle in Peine geflohen. Er hatte seine Mutter in Vöhrum besucht, als er mit einem Motorrad flüchtete und seinen Aufseher abschüttelte. Der Vorfall hat landesweit Besorgnis über die Sicherheitsvorkehrungen in Haftanstalten ausgelöst.

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Benjamin F. waren zuvor bereits 38 begleitete Ausgänge genehmigt worden. Nach dem Niedersächsischen Justizvollzugsgesetz können selbst verurteilte Mörder unter bestimmten Voraussetzungen Freigang erhalten. Für unbeaufsichtigte Aktivitäten oder kurzfristigen Urlaub gilt eine Wartefrist von acht Jahren, die Benjamin F. erfüllt hatte.

Die Gefängnisbehörden bewerten Gefangene anhand einer „tatsachenbasierten Verhaltensprognose“, um das Risiko von Flucht oder Rückfall einzuschätzen. In seinem Fall kam die Beurteilung zu dem Schluss, dass weder eine Flucht noch ein missbräuchlicher Gebrauch des Freigangs zu erwarten sei. Dennoch gelang ihm während des Ausgangs die Flucht.

Die Flucht endete rund 24 Stunden später in Italien nach einem Verkehrsunfall. Die Behörden nahmen Benjamin F. nach dem Crash wieder fest.

Die CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen hat die Flucht und ihre Umstände scharf kritisiert. Der Fall wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der Risikobewertungen und zur Sicherheit begleiteter Ausgänge auf. Die Gefängnisverantwortlichen sehen sich nun mit einer Überprüfung ihrer Entscheidungsprozesse konfrontiert.

Quelle