27 March 2026, 10:13

Verkehrsminister lehnen Mindestbesetzung in Zügen ab – trotz steigender Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Altes Buch mit dem Titel "Reglamento de Conductor" und einer Zugillustration auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Verkehrsminister lehnen Mindestbesetzung in Zügen ab – trotz steigender Gewalt gegen Bahnmitarbeiter

Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) hat sich gegen die Einführung bundesweiter Vorgaben zur Mindestbesetzung von Zugpersonal entschieden. Diese Entscheidung folgt Forderungen von Gewerkschaften nach einer verpflichtenden Zweier-Besetzung in Zügen, nachdem ein Schaffner Anfang dieses Jahres bei einem Angriff tödlich verletzt worden war. Die Ablehnung stößt bei Vertretern der Bahnmitarbeiter auf scharfe Kritik.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte wiederholt eine Zweier-Besetzung für Zugbegleiter gefordert, um die Sicherheit zu erhöhen. Den Anstoß gab der Tod von Serkan C., eines Schaffners, der im Februar 2024 in Kaiserslautern getötet wurde. EVG-Chef Martin Burkert verurteilte die Entscheidung der Minister und warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter weiter zunehmen werde.

Offizielle Zahlen belegen einen besorgniserregenden Anstieg von Angriffen auf Bahnmitarbeiter. Zwar gibt es für 2025 noch keine bundesweite Gesamtstatistik, doch wurden für 2024 bereits 3.324 Vorfälle registriert – und mehr als 3.000 allein in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres. Das entspricht durchschnittlich fünf körperlichen Angriffen pro Tag.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die VMK lehnt eine verpflichtende Zweier-Besetzung ab und betont, dass die Personalplanung regional und bedarfsgerecht erfolgen solle. Stattdessen begrüßte sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn, darunter Körperkameras für Servicekräfte und den Verzicht auf Ausweiskontrollen bei Fahrkartenprüfern. Zudem laufen Gespräche über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen, wobei die Bundesregierung betont, dass sie sich an den bewilligten Haushalt halten müsse.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die Wirksamkeit dieser Maßnahmen bis Ende April prüfen. Ohne bundesweite Vorgaben bleibt es den regionalen Behörden überlassen, eigene Regelungen zu treffen. Die Sicherheitsaufrüstung der Deutschen Bahn wird vorangetrieben, doch die Gewerkschaften bleiben besorgt über die Sicherheit der Mitarbeiter. Die für April geplante Überprüfung durch die Regierung wird zeigen, ob weitere Schritte notwendig sind.

Quelle