ver.di ruft zum Streik im Einzelhandel nach gescheiterten Lohnverhandlungen auf
Winfried Junkver.di ruft zum Streik im Einzelhandel nach gescheiterten Lohnverhandlungen auf
Die Gewerkschaft ver.di hat zu einem Streik aufgerufen, nachdem die Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern gescheitert sind. Beschäftigte im Einzel- und Großhandel mehrerer großer Unternehmen sollen sich an der Aktion beteiligen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Lohnerhöhungen, die laut ver.di bei Weitem nicht ausreichen, um die steigenden Lebenshaltungskosten auszugleichen.
Die Gespräche zwischen ver.di und den Arbeitgebern sind an den Forderungen nach höheren Löhnen gescheitert. Die Gewerkschaft pocht auf eine monatliche Erhöhung von 250 Euro für die Beschäftigten sowie auf eine jährliche Steigerung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro pro Ausbildungsjahr. Zudem soll der neue Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Die Arbeitgeber haben ihr Angebot trotz weiterer Verhandlungen nicht verbessert. Ihr aktueller Vorschlag sieht eine Lohnerhöhung von 2 Prozent für Einzelhandelsmitarbeiter nach sechs Monaten sowie eine Steigerung von 1,8 Prozent für Großhandelsbeschäftigte vor – nach einer langen Phase der Lohnstagnation. ver.di kritisiert, dass diese Erhöhungen hinter der erwarteten Inflation zurückbleiben.
Von dem Streikaufruf betroffen sind Unternehmen wie Rewe, Penny, Kaufland, Hit, Douglas, IKEA, H&M, Zara, Primark, Metro und Rewe Logistics. Marcel Schäuble, der verhandlungsführende ver.di-Vertreter für den Einzelhandel in Hessen, warf den Arbeitgebern vor, die finanzielle Not der Beschäftigten bewusst zu verlängern. Proteste sind in Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt geplant.
Beschäftigte einiger der größten Einzelhandels- und Großhandelsketten Deutschlands könnten bald die Arbeit niederlegen. Mit dem Streik soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, ihre Lohnangebote zu verbessern. Sollte es keine Fortschritte geben, sind Beeinträchtigungen im Service und Betrieb wahrscheinlich.
