06 April 2026, 20:11

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche: Verhandlungen nach zwei Tagen gescheitert

Detailierte Karte von Chemnitz, Deutschland, mit handgeschriebenem Text auf Papier, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Tarifstreit in Chemie- und Pharmabranche: Verhandlungen nach zwei Tagen gescheitert

Tarifverhandlungen in der deutschen Chemie- und Pharmabranche scheitern nach nur zwei Tagen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Lohnverhandlungen für die chemische und pharmazeutische Industrie in Deutschland sind nach lediglich zwei Verhandlungstagen festgefahren. Die Gespräche, die rund 1.700 Unternehmen und 585.000 Beschäftigte betreffen, scheiterten vor allem an der Frage der Arbeitsplatzsicherheit und den wirtschaftlichen Belastungen. Beide Seiten wollen nun Ende dieses Monats in Wiesbaden erneut zusammenkommen.

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, wie die Lasten des anhaltenden Branchenabschwungs gerecht verteilt werden können. Matthias Bürk, Hauptverhandler des Arbeitgeberverbands BAVC, wies auf die dramatische Lage der Branche hin: Die Produktion sei seit 2018 um ein Fünftel eingebrochen, und jedes vierte Werk stehe mittlerweile still. Angesichts massiver Verluste gebe es schlicht nichts zu verteilen, betonte er.

Die Gewerkschaft IGBCE hingegen fordert verbindliche tarifliche Regelungen, die über reine Lohnerhöhungen hinausgehen und Arbeitsplätze langfristig sichern sollen. Bürk entgegnete, dass Arbeitsplatzgarantien weder durch Tarifverträge noch durch politische Vorgaben allein zu erreichen seien. Stattdessen plädierte er für einen dringenden Wettbewerbsfähigkeitsplan, der nur durch Zusammenarbeit von Belegschaften und Unternehmensführungen gelingen könne.

Zudem warnte Bürk, dass ein Tarifabschluss vor allem darauf abzielen müsse, den Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen. Ohne eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit werde sich die Beschäftigungssituation seiner Ansicht nach weiter verschlechtern. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. und 24. Februar in Wiesbaden angesetzt.

Die unterbrochene Verhandlungen lassen die Branche in einer unsicheren Warteposition zurück, während beide Seiten in der Frage des wirtschaftlichen Überlebens und des Arbeitsplatzschutzes unnachgiebig bleiben. Ohne eine schnelle Einigung drohen Unternehmen und Beschäftigten weitere Unsicherheit. Das Ergebnis der anstehenden Gespräche wird zeigen, ob Wettbewerbsfähigkeit oder kollektive Sicherungsmaßnahmen Priorität erhalten.

Quelle