Symrise im US-Kartellverfahren freigesprochen – doch die EU ermittelt weiter
Serpil KranzSymrise: US-Behörden stellen Kartellverfahren ein - Symrise im US-Kartellverfahren freigesprochen – doch die EU ermittelt weiter
Symrise, weltweit führend in der Herstellung von Duft- und Aromastoffen, ist in einem langjährigen US-Kartellverfahren von jedem Fehlverhalten freigesprochen worden. Das Unternehmen, das große Marken in der Parfüm-, Kosmetik- und Lebensmittelbranche beliefert, stand im Verdacht, an einem möglichen Duftstoff-Kartell beteiligt gewesen zu sein. Die US-Behörden haben das Verfahren nun eingestellt – es gebe keine Beweise für rechtswidriges Handeln.
Das US-Justizministerium schloss die Ermittlungen nach Jahren der Prüfung ab. Symrise begrüßte die Entscheidung und betonte stets, niemals in unzulässige Absprachen mit Wettbewerbern verwickelt gewesen zu sein. Gleichzeitig vermeldete das Unternehmen starke Geschäftszahlen: Der Umsatz lag 2024 bei fast 5 Milliarden Euro, die Belegschaft zählt 12.700 Mitarbeiter in 150 Ländern.
Die Untersuchungen in der Duftstoffbranche hatten bereits früher begonnen. Die Europäische Kommission leitete 2016 ein Verfahren ein, das 2021 zu Strafen von über 100 Millionen Euro gegen andere Konzerne führte, darunter Givaudan, Firmenich, IFF und Takasago. Symrise selbst war 2023 im Rahmen der laufenden EU-Ermittlungen einer Razzia in seiner Zentrale in Holzminden ausgesetzt. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA stellte hingegen im Mai 2025 ihre eigenen Untersuchungen gegen das Unternehmen ein.
Während das Verfahren der Europäischen Kommission weiterläuft, weist Symrise jede Schuld von sich. Das Unternehmen bekräftigte seine Compliance-Bemühungen und arbeite in allen Jurisdiktionen mit den Behörden zusammen.
Mit der Einstellung der US-Ermittlungen kann Symrise seine Geschäftstätigkeit ohne die Drohung amerikanischer Sanktionen fortsetzen. Doch die noch ausstehende Entscheidung der EU lässt eine gewisse Unsicherheit bestehen. Der Ausgang des Verfahrens wird zeigen, ob weitere Strafen oder Freisprüche für Symrise und andere Branchenvertreter folgen.
