05 February 2026, 16:31

Stefan Raabs umstrittene Satire über Gil Ofarim löst Antisemitismus-Debatte aus

Eine Karikatur von Menschen um einen Tisch mit Papieren, betitelt "Libel Hunters on the Look Out, or Daily Examiners of the Liberty of the Press".

Stefan Raabs umstrittene Satire über Gil Ofarim löst Antisemitismus-Debatte aus

Eine umstrittene TV-Einlage von Stefan Raab hat für Empörung gesorgt, nachdem darin antisemitische Klischees über den Musiker Gil Ofarim verbreitet wurden. Die am Internationalen Holocaust-Gedenktag ausgestrahlte Satire enthielt beleidigende Stereotype und spöttische Anspielungen auf Ofarims jüdische Herkunft. Der Vorfall wirft Fragen zur Verantwortung in der deutschen Unterhaltungsbranche auf.

In der Sendung von Stefan Raab am 27. Januar 2026 wurde ein Beitrag über Gil Ofarim gezeigt, der sich antisemitischer Vorurteile bediente. In dem Sketch hieß es, Ofarim habe ein 'Betrüger-Gen' von einem fiktiven 'Onkel Samuel' geerbt; zudem wurde ein Mann dargestellt, der auf einem Markt Äpfel stiehlt, und ultraorthodoxe Juden tanzten zu Ofarims Musik. Außerdem wurde angedeutet, seine Lieder seien 'besonders in der jüdischen Gemeinschaft' beliebt. Die Ausstrahlung an diesem Tag – dem Holocaust-Gedenktag – machte die Einlage besonders brisant.

Raab, ein prominenter Unterhalter, stellte Ofarim als Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim vor, bevor er die anstößigen Inhalte noch verstärkte. RTL entfernte den Clip später und räumte ein, er könne zu Missverständnissen geführt haben. Ofarim, der 2021 fälschlicherweise einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt und dafür Kritik geerntet hatte, weigerte sich, in 'Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!' (Dschungelcamp) über den Vorfall zu sprechen, und berief sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung.

Zunächst kritisierten Mitkandidaten Ofarims Ausweichmanöver, doch die Spannungen legten sich bald. Der Rechtsstreit wegen seiner falschen Anschuldigung von 2021 wurde mit einer Geldstrafe beigelegt. Die aktuelle Kontroverse offenbart jedoch einen eklatanten Gegensatz: Während kleinere Prominente im Dschungel grundlegende Anstandsregeln einhielten, blieb ein großer Star wie Raab für die Verbreitung schädlicher Vorurteile zunächst ohne spürbare Konsequenzen.

Der Beitrag wurde zwar von RTLs Plattformen entfernt, doch der Schaden bleibt. Raabs Rückgriff auf antisemitische Klischees ausgerechnet an einem Tag des Gedenkens hat scharfe Kritik ausgelöst. Ofarims Schweigen aufgrund rechtlicher Auflagen hingegen lässt zentrale Fragen unbeantwortet.

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