Stahlwerk Georgsmarienhütte stoppt Produktion – Energiepolitik als Hauptgrund
Leopold BeerStahlwerk Georgsmarienhütte stoppt Produktion – Energiepolitik als Hauptgrund
Stahlwerk Georgsmarienhütte in Niedersachsen stellt Produktion ein – auch "grünen Stahl"
Das Stahlwerk Georgsmarienhütte in Niedersachsen hat die Produktion eingestellt, darunter auch seine "grüne Stahl"-Sparte. Geschäftsführerin Anne-Marie Großmann macht die deutsche Energiepolitik für die Entscheidung verantwortlich und warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Branche.
Seit 2019 sind die Strompreise in Deutschland stark angestiegen, sodass die Kosten für Haushalte und Industrie zu den höchsten in der EU zählen. Die Großhandelspreise erreichten 2022 mit über 469 Euro pro Megawattstunde einen Höchststand, bevor sie leicht zurückgingen. Im Februar 2025 lagen sie noch bei 140,42 Euro, mit Prognosen von 109,54 Euro für Anfang 2026. Damit bleiben die Preise deutlich über dem Niveau vor der Pandemie und liegen weit über denen der USA und Chinas, wo die energieintensive Produktion um mehr als 20 Prozent gesunken ist.
Großmann kritisiert, dass die deutsche Energiestrategie die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt habe. Zwar wurden Kernkraftwerke abgeschaltet, doch der Bau neuer Gaskraftwerke wurde nicht vorangetrieben – die Industrie bleibt damit preislichen Schwankungen schutzlos ausgesetzt. Sie fordert dringendes Handeln: Die Politik müsse die Stromkosten stabilisieren, Netzentgelte senken und Erdgas als Übergangslösung nutzen.
Die Schließung in Georgsmarienhütte zeigt die weitreichenden Folgen der hohen Energiepreise. Unternehmen drosseln die Produktion, was zu Arbeitsplatzverlusten und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung führt. Großmann betont, dass Deutschland ohne Kurskorrektur weiteren industriellen Niedergang riskiert.
Die Stilllegung des Stahlwerks unterstreicht den Druck auf die deutsche Industrie. Angesichts anhaltend hoher Strompreise stehen Unternehmen vor der Wahl, die Produktion einzuschränken oder Standorte zu verlagern. Großmanns Forderungen nach Reformen zielen auf mehr Planungssicherheit – doch die Zeit, warnt sie, werde knapp.
