Schweinehaltung 2025: Überraschendes Signal aus Niedersachsen
Schweinehaltung 2025: Überraschendes Signal aus Niedersachsen
Vorspann Die vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung in Niedersachsen zeigen ein überraschendes Signal: Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der Schweine wieder an.
20. Dezember 2025, 05:23 Uhr
Vorläufige Daten der Viehzählung 2025 in Niedersachsen offenbaren eine bemerkenswerte Wende in der Schweinehaltung. Zum ersten Mal seit Jahren ist die Zahl der Zuchtsauen gestiegen – und das, obwohl die Gesamtzahl der Schweinebetriebe weiter schrumpft. Die Zahlen sorgen für Aufsehen, da das Bundesland eine Schlüsselrolle in der deutschen Schweinefleischproduktion einnimmt.
Laut der aktuellen Erhebung stieg die Anzahl der Zuchtsauen in Niedersachsen im Vergleich zu 2024 um 6,1 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Ferkel um 6,7 Prozent zu, was auf eine mögliche Steigerung der künftigen Schweinefleischproduktion hindeutet. Trotz dieser Zuwächse wuchs der Gesamtbestand an Schweinen im Land nur leicht – um etwa 95.000 Tiere (1,3 Prozent), während die Zahl der Mastschweine um 0,8 Prozent zurückging.
Der anhaltende Rückgang der Betriebszahlen bleibt jedoch besorgniserregend. Seit 2015 hat Niedersachsen 42,1 Prozent seiner Schweinehalter verloren, allein im vergangenen Jahr schlossen weitere 90 Betriebe (2,3 Prozent). Dennoch markiert der Anstieg der Zuchtsauen eine seltene positive Entwicklung nach Jahren des Rückgangs. Da Niedersachsen rund ein Drittel der deutschen Schweine produziert, bewertet der Interessensverband Schweinehaltung Niedersachsen (ISN) diese Ergebnisse als richtungsweisend für die bundesweite Entwicklung. Sollten andere Bundesländer ähnliche Zuwächse bei den Zuchtsauen melden, könnten die Daten auf eine breitere Erholung der Schweinebestände bis 2026 hindeuten.
Die Zählung zeichnet ein gemischtes Bild der niedersächsischen Schweinebranche: Weniger Betriebe, aber mehr Zuchtsauen und Ferkel. Zwar bleibt der Gesamtbestand stabil, doch der Anstieg der Sauen könnte die Aussichten für die deutsche Schweinefleischproduktion beeinflussen. Weitere Daten aus anderen Bundesländern werden zeigen, ob sich dieser Trend über die Region hinaus fortsetzt.
