Rüstungsboom bricht ein: Warum Anleger plötzlich vor Frieden zittern
Leopold BeerRüstungsboom bricht ein: Warum Anleger plötzlich vor Frieden zittern
Rüstungsboom: Keine Gründe für "Friedensängste"
Teaser: Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri stiegen die Umsätze der 100 größten Hersteller von Militärtechnik auch 2025 weiter an. Dennoch fürchten Börsianer zu wenige Konflikte – ein Kommentar von Jana Frielinghaus.
Artikeltext: Die Rüstungsindustrie verzeichnet seit Jahren Rekordgewinne, doch nun mehren sich die Anzeichen für Unsicherheit. Rheinmetall, einer der größten europäischen Verteidigungshersteller, meldete für 2024 Umsätze von über 7 Milliarden Euro – dennoch brach der Aktienkurs diese Woche ein. Der Rückgang erfolgte, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin ein Ende des Krieges in der Ukraine gefordert hatte, was bei Anlegern Sorgen über die künftige Nachfrage nach Waffen auslöste.
Rheinmetalls Wachstum war rasant: Allein in den ersten neun Monaten 2025 kletterte der Umsatz bereits auf 7,5 Milliarden Euro. Die Aktie, die im Februar 2022 noch bei 100 Euro lag, notiert mittlerweile deutlich über 1.400 Euro. Doch am Dienstag gab sie um etwa 3,5 Prozent nach – ein Zeichen für die Nervosität an den Märkten.
Die Rekordumsätze der Rüstungsbranche haben für die Bürger jedoch einen hohen Preis: Steuern, Renten und Sozialabgaben wurden belastet, um die Militärhaushalte zu finanzieren. Nun, da politische Entwicklungen die Aussicht auf Frieden erhöhen, stehen Investoren vor einem Dilemma: Die Gewinne könnten von der Fortdauer der Konflikte abhängen.
