Revolutionäre LED-Sensoren sollen Brücken und Staudämme in Echtzeit überwachen
Heinz-Peter SödingRevolutionäre LED-Sensoren sollen Brücken und Staudämme in Echtzeit überwachen
Ein neues Projekt unter der Leitung der Technischen Universität Braunschweig soll die Inspektion von Brücken, Staudämmen und Gebäuden revolutionieren. Unter dem Namen TotalScope setzt die Initiative auf LED-basierte Sensoren, um die strukturelle Überwachung schneller, kostengünstiger und präziser zu gestalten. Die Technologie könnte bald Echtzeitprüfungen mit einer Genauigkeit im Mikrometerbereich ermöglichen.
Das TotalScope-Projekt startete offiziell Anfang 2025 und läuft über zwei Jahre. Sein Kerninnovation ist ein tragbares Mikroskop, das teure optische Bauteile durch ein Netzwerk aus LEDs und eine Fotodiode ersetzt. Dieses Design senkt die Kosten, ohne die hohe Präzision bei der Erfassung winziger Materialveränderungen zu beeinträchtigen.
Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der spanischen CDTI-Agentur im Rahmen des Eurostars-Programms. Die TU Braunschweig leitet das Projekt in Zusammenarbeit mit den Start-ups QubeDot und Worldsensing SL. Ziel ist es, die Entwicklung zu beschleunigen und die Technologie zügig auf den Markt zu bringen.
Durch den kostengünstigen Ansatz lässt sich das System in großer Stückzahl produzieren, sodass fortschrittliche Inspektionen für mehr Infrastrukturprojekte zugänglich werden. Ingenieure können so strukturelle Schwächen früher erkennen und langfristig Risiken sowie Reparaturkosten reduzieren.
Bis Ende 2026 strebt TotalScope die Fertigstellung eines funktionsfähigen Prototyps an, der für Praxistests bereitsteht. Die LED-Sensoren könnten Infrastruktur sicherer machen und gleichzeitig die Inspektionskosten senken. Bei Erfolg hat die Technologie das Potenzial, zum Standard bei der Überwachung kritischer Bauwerke in ganz Europa zu werden.
