Prozess um Kuss ohne Zustimmung: Polizistin klagt gegen zwei Männer nach Schützenfest
Serpil KranzSchützen küssen Polizistin - Prozess wegen Belästigung - Prozess um Kuss ohne Zustimmung: Polizistin klagt gegen zwei Männer nach Schützenfest
Zwei Männer im Alter von 44 und 34 Jahren müssen sich ab dem 29. Januar vor dem Landgericht Hannover wegen des Vorwurfs verantworten, eine Polizistin ohne ihre Zustimmung geküsst zu haben. Der Vorfall ereignete sich während des traditionellen Schützenausmarschs im Juli 2021, der Teil des Hannoveraner Schützenfests ist – dem größten Schützenfest der Welt. Beide Angeklagten hatten zuvor gegen Strafbefehle Widerspruch eingelegt, weshalb es nun zu einer Hauptverhandlung kommt.
Die angebliche Belästigung soll sich während des Umzugs ereignet haben, der im vergangenen Jahr rund 180.000 Zuschauer anzog. Laut Anklage packten die Männer die Beamtin am Oberarm und küssten sie beidseitig auf die Wangen nahe den Mundwinkeln. Die Polizistin gab später an, sich durch die Situation "emotional überfordert" gefühlt zu haben. Das Gericht hat 14 Zeugen geladen, um im Prozess auszusagen. Im Mittelpunkt der Verhandlung steht die Frage, ob das Verhalten der Männer nach deutschem Recht als sexuelle Belästigung zu werten ist.
Am 29. Januar beginnen die Zeugenbefragungen und juristischen Plädoyers. Das Urteil wird klären, ob die Handlungen der Angeklagten die Rechte der Polizistin verletzt haben. Der Ausgang des Verfahrens könnte richtungsweisend für ähnliche Vorfälle bei öffentlichen Veranstaltungen sein.
