Pläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Winfried JunkPläne für umstrittene Biomethan-Anlage gestrichen: Das ist der Grund
Pläne für großes Biomethanwerk in Steinfeld (Landkreis Vechta) gescheitert – Gemeinderat zieht Unterstützung zurück
Die Pläne für den Bau einer großen Biomethananlage in Steinfeld im Landkreis Vechta sind vom Tisch: Der Gemeinderat hat seine Unterstützung für das Vorhaben zurückgezogen. Das von der Shell-Tochter Nature Energy unterstützte Werk sollte landwirtschaftliche Abfälle in erneuerbares Gas umwandeln, stieß jedoch auf massiven lokalen Widerstand.
Die Gemeinde Steinfeld hatte das Planungsverfahren für die Biomethananlage 2023 eingeleitet. Die Anlage sollte jährlich zwischen 450.000 und 500.000 Tonnen landwirtschaftliche Reststoffe verarbeiten, die vor allem aus Betrieben der Region Oldenburg stammen sollten.
Anwohner des nahegelegenen Ortsteils Harpendorf sowie Landwirte aus der Umgebung kritisierten jedoch die ökologischen Folgen des Projekts. Sie warnten, dass die Anlage große Mengen zusätzlichen Mist und Gülle benötigen würde, was die Belastung für die umliegenden Ackerflächen weiter erhöhen würde. Nach monatelangen Gesprächen zwischen Kommunalvertretern und Nature Energy zog die Gemeinde ihre Zustimmung zurück. Bürgermeister Sebastian Gehrold bestätigte die Entscheidung, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen, da die Vorteile den Abschluss eines städtebaulichen Vertrags nicht rechtfertigten.
Das Scheitern des Projekts reiht sich in eine ähnliche Entwicklung im brandenburgischen Landkreis Prignitz ein: Dort hatte die Gemeinde Karstädt im Dezember 2024 nach einem Bürgerentscheid den Bau einer von Shell geplanten Biomethananlage gestoppt.
Mit dem Rückzug Steinfelds wird das Werk nicht realisiert. Die Entscheidung spiegelt den anhaltenden Widerstand gegen großflächige Erneuerbare-Energien-Projekte in ländlichen Regionen wider. Nature Energy hat bisher weder personelle Konsequenzen noch alternative Pläne für den Standort bekannt gegeben.
