Olga Neuwirths Monsters Paradise polarisiert Hamburg mit politischer Schärfe und groteskem Humor
Serpil KranzOlga Neuwirths Monsters Paradise polarisiert Hamburg mit politischer Schärfe und groteskem Humor
Hamburgs Staatsoper feiert Uraufführung von Monsters Paradise – ein politisch scharfes Opernspektakel von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek
In der Hamburger Staatsoper erlebte Monsters Paradise, ein mutiges neues Opernwerk der Komponistin Olga Neuwirth und der Librettistin Elfriede Jelinek, seine Weltpremiere. Die Aufführung wurde für ihre beißende politische Satire und ihre eindrucksvolle Bildsprache gefeiert. Parallel dazu gewinnt eine Kampagne zum Erhalt des Lateinunterrichts prominenten Zuspruch – unter anderem von Nobelpreisträgern und führenden Künstlern.
Die Premiere in Hamburg begeisterte Publikum und Kritik gleichermaßen mit ihrer schonungslosen Abrechnung mit autokratischen Systemen. Neuwirths Partitur und Jelineks Libretto verbanden grotesken Humor mit politischer Schärfe und hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Im Vorfeld der Aufführung warben Plakate in der Stadt mit verspielt-prominenten Werbeclips – darunter "niedliche Echsenvideos" – und monströsen Bildmotiven für das Stück.
Auf der Bühne glänzte Georg Nigl als despotischer "König-Präsident", eine Figur, die am Ende vom weisen Monster Gorgonzilla verschlungen wird. Zu den Nebenfiguren zählten die Vampirdamen Vampi und Bampi, die sich gegen die globale Vernichtung stemmen. Der Intendant, der das Werk als Auftakt seiner Amtszeit in Auftrag gegeben hatte, inszenierte eine Produktion, die beim Publikum tiefen Widerhall fand.
Unterdessen gewinnt eine Petition für den Erhalt des Lateinunterrichts an Fahrt. Unter den 88 Unterzeichnern finden sich drei Nobelpreisträger – Peter Handke, Elfriede Jelinek und Anton Zeilinger – sowie Neuwirth und Nigl. Die auf aufstehn.at veröffentlichte Initiative fordert die Bewahrung der klassischen Sprachausbildung an Schulen.
Die Uraufführung von Monsters Paradise hat sich als Höhepunkt im Hamburger Kulturkalender etabliert. Mit ihrer Mischung aus Satire und spektakulärer Bühnensprache löst die Oper Debatten über Kunst und Politik aus. Gleichzeitig zieht die Petition zur Rettung des Lateinunterrichts weiterhin einflussreiche Unterstützer an und lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Diskussion über Bildung und Tradition.
