Nordzucker drohen Millionenverluste trotz Rekordernte in Australien und Europa
Heinz-Peter SödingNordzucker fürchtet hohe Verluste trotz stabiler Kampagne - Nordzucker drohen Millionenverluste trotz Rekordernte in Australien und Europa
Nordzucker, einer der größten Zuckerproduzenten Europas, warnt vor schweren finanziellen Verlusten in den kommenden zwei Jahren. Das Unternehmen, das an 19 Standorten in Europa und Australien rund 4.100 Mitarbeiter beschäftigt, sieht sich mit einem drastischen Einbruch der weltweiten Zuckerpreise konfrontiert. Trotz guter Produktionsergebnisse rechnen die Verantwortlichen bis 2027 mit Verlusten.
Die Rübenernte 2025 brachte dank günstiger Wetterbedingungen überdurchschnittliche Erträge. Der Zuckergehalt lag höher als üblich, und allein in Australien verarbeitete das Unternehmen 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr. Allerdings litten die Logistikketten gegen Ende 2025 unter eisigen Bedingungen, die den Transport behinderten.
Seither sind die Weltmarktpreise für Zucker auf den tiefsten Stand seit 2021 gefallen, wobei der Rückgang nach Mai 2025 noch an Fahrt aufnahm. Nordzucker prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis im hohen zweistelligen Millionenbereich im Minus. Auch die Aussichten für 2026/27 bleiben düster: Aufgrund niedriger Preise, hoher Energie-kosten und übermäßiger EU-Produktionsquoten werden Verluste von 200 bis 250 Millionen Euro erwartet.
Bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen am 14. Januar 2026 bestätigte Finanzvorstand Alexander Bott, dass kurzfristig keine Erholung der Preise zu erwarten sei. Als Ziel nannte er eine Rückkehr in die Gewinnzone bis zum Geschäftsjahr 2027/28.
Die deutschen Standorte von Nordzucker in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bleiben weiter unter finanziellen Druck. Die nächsten beiden Jahre werden für das Unternehmen voraussichtlich schwierig bleiben, während es sich mit niedrigen Marktpreisen und hohen Kosten auseinandersetzt. Eine Wende wird frühestens ab 2027/28 erwartet.
