Niedersachsens Kirchen retten kranke Kinder aus Gaza – doch die Bundesregierung muss zustimmen
Serpil KranzProtestantische Kirchen unterstützen Hilfe für Kinder aus Gaza - Niedersachsens Kirchen retten kranke Kinder aus Gaza – doch die Bundesregierung muss zustimmen
Evangelische Kirchen in Niedersachsen unterstützen einen Plan, um schutzbedürftige Kinder aus dem Gazastreifen und Israel zur medizinischen und psychologischen Behandlung nach Deutschland zu bringen. Die Initiative findet Rückhalt in mehreren Großstädten, darunter Hannover, Bremen und Düsseldorf. Die Organisatoren warten nun auf die Zustimmung der Bundesregierung, um das Vorhaben umsetzen zu können.
Der Vorschlag folgt auf einen gemeinsamen Brief, den sieben Städte – Hannover, Bremen, Düsseldorf, Leipzig, Bonn, Frankfurt und Kiel – am 14. Januar 2026 an die Bundesregierung gerichtet hatten. Darin forderten sie die Einführung eines Kontingentsystems für die Aufnahme der Kinder. Zudem wurde eine Kostendeckelung von 2.000 Euro pro Kind und Monat beantragt, um Unterkunft, Betreuung und Unterstützung zu finanzieren und die kommunalen Haushalte zu entlasten.
Die Kirchen haben zugesagt, die Behandlung in Hannover und möglicherweise an weiteren Standorten in Niedersachsen zu unterstützen. Ihr Engagement zielt darauf ab, sowohl medizinische als auch psychologische Hilfen zu leisten. Rechtliche und sicherheitstechnische Bedenken bestehen zwar weiterhin, doch hoffen die Verantwortlichen, diese mit Rückendeckung der Regierung ausräumen zu können. Ein jüngst vereinbarter Waffenstillstand in der Region hat die Rahmenbedingungen für das Projekt im Vergleich zu früheren Versuchen im Sommer verbessert. Die Kirchen haben Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul offiziell um Unterstützung gebeten. Bei einer Genehmigung würden die Kinder in deutschen Städten eine spezialisierte Betreuung erhalten.
Der Plan steht und fällt nun mit der bundesweiten Freigabe des Kontingents und der Finanzierungsstruktur. Bei Erfolg werden die Städte und Kirchen die Behandlung der Kinder koordinieren. Die Entscheidung der Bundesregierung wird zeigen, ob die Initiative wie geplant realisiert werden kann.
