07 January 2026, 14:46

Niedersachsens Gastgewerbe hängt an ausländischen Arbeitskräften – besonders an der Küste

Ein Schiff, das auf dem Wasser segelt, mit vielen Menschen an Deck.

Niedersachsens Gastgewerbe hängt an ausländischen Arbeitskräften – besonders an der Küste

Aktuelle Nachrichten: Ausländische Arbeitskräfte sind für Niedersachsens Gastgewerbe unverzichtbar – besonders an der Nordseeküste

In der niedersächsischen Hotellerie und Gastronomie spielen ausländische Beschäftigte eine zentrale Rolle, vor allem in den Küstenregionen. 2024 stammten dort über 36 Prozent der Mitarbeiter in Hotels und Restaurants aus dem Ausland. Ohne sie hätten viele Betriebe in der Hochsaison erhebliche Probleme, den Gästebetrieb aufrechtzuerhalten.

Besonders deutlich zeigt sich die Abhängigkeit von ausländischen Kräften auf den Ostfriesischen Inseln: Fast die Hälfte der Beschäftigten im Gastgewerbe kommt dort aus dem Ausland. Die Anwerbung erfolgt oft über saisonale Bedarfe und bestehende Netzwerke aus den Herkunftsländern der Arbeitsmigranten. Doch Visa-Verzögerungen führen immer wieder zu verspäteten Betriebseröffnungen und logistischen Engpässen für die Arbeitgeber.

Im Harz sind ausländische Arbeitskräfte in allen Bereichen des Sektors vertreten – von der Küche bis zum Service. Doch langfristig an sie zu binden, gestaltet sich schwierig. Besonders dringend werden hier qualifizierte Köche gesucht, nicht nur saisonale Aushilfen. Die Landesregierung unterstützt die Betriebe bei der Personalgewinnung, etwa durch gezielte Anwerbung in Marokko. Für Beschäftigte aus Drittstaaten gelten strenge Auflagen: Ein gültiger Arbeitsvertrag, Sprachkenntnisse und anerkannte Berufsabschlüsse sind Pflicht. Dennoch erschweren bürokratische Hürden wie Aufenthaltsgenehmigungen und Wohnungsmangel die Einstellung zusätzlich. Kulturelle Unterschiede und die mangelnde Kompatibilität mit dem deutschen Ausbildungssystem behindern zudem die Integration.

Während in der öffentlichen Debatte über Fachkräftemangel oft Pflegeberufe im Fokus stehen, kämpft auch die Tourismusbranche mit ähnlichen Herausforderungen. Sprachbarrieren und die Anerkennung ausländischer Qualifikationen bleiben für Arbeitgeber die größten Hindernisse, um offene Stellen zu besetzen.

Mittlerweile ist die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen – besonders in Küsten- und Bergregionen – ohne ausländische Arbeitskräfte kaum noch denkbar. Ohne vereinfachte Anwerbeverfahren und bessere Integrationshilfen dürften viele Betriebe jedoch weiter mit Personalengpässen zu kämpfen haben. Die Bemühungen des Landes, die Einstellung zu erleichtern, sind ein Schritt in die richtige Richtung – nachhaltige Lösungen stehen aber noch aus.

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