Niedersachsen warnt vor 30 Prozent mehr Wasserbedarf bis 2050 – und fordert EU-Hilfe
Heinz-Peter SödingNiedersachsen warnt vor 30 Prozent mehr Wasserbedarf bis 2050 – und fordert EU-Hilfe
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer hat auf die wachsenden Herausforderungen für das Wassermanagement angesichts des fortschreitenden Klimawandels hingewiesen. Bei einer hochrangigen EU-Diskussionsrunde in Brüssel betonte er die Notwendigkeit verstärkter Maßnahmen zum Schutz der Wasservorräte und zur Verringerung der Verschmutzung in der gesamten Region.
Meyer nahm gemeinsam mit EU- und deutschen Wasserexperten an Gesprächen über die europäische Strategie zur Wasserresilienz teil, die den gesamten Wasserkreislauf sichern soll. Er warnte, dass Niedersachsen bis 2050 mit einem Anstieg des Wasserbedarfs um 30 Prozent rechnen müsse – ein Problem, das nur durch einen ganzheitlichen Ansatz gelöst werden könne, um die Versorgung von Landwirtschaft, Industrie und Haushalten langfristig zu gewährleisten.
Grundwasser deckt etwa 80 Prozent des Bedarfs des Landes, wobei die Verfügbarkeit zwischen den Regionen stark variiert. Um dies zu bewältigen, sehen das Wasserversorgungskonzept 2022 und der Masterplan Wasser langfristige Lösungen vor, darunter regionale Bewirtschaftungsstrategien. Meyer forderte zudem mehr Zeit, um die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie für die ökologische Wasserqualität zu erfüllen. Gleichzeitig rief er die Bundesregierung auf, die Nitratbelastung zu reduzieren – ein anhaltendes Problem, das das Grundwasser belastet. Seine Appelle richteten sich dabei insbesondere an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), der für die Agrarpolitik und damit verbundene Wasserverunreinigungen zuständig ist.
Parallel dazu plant Niedersachsen, bis 2048 über 250 Millionen Euro in den Hochwasserschutz zu investieren, um den wachsenden Risiken durch Extremwetterereignisse zu begegnen.
Die Strategie des Landes verbindet Infrastrukturinvestitionen mit Forderungen nach strengeren Verschmutzungsgrenzen und verlängerten Fristen für die EU-Umweltziele. Angesichts des steigenden Wasserbedarfs drängen die Verantwortlichen auf abgestimmte Maßnahmen, um in den kommenden Jahrzehnten Versorgungssicherheit, Qualität und Klimaresilienz in Einklang zu bringen.
