Niedersachsen reformiert Jagdrecht: Strengere Regeln für Hunde und Tierschutz
Heinz-Peter SödingNiedersachsen reformiert Jagdrecht: Strengere Regeln für Hunde und Tierschutz
Die Landesregierung von Niedersachsen hat einen neuen Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts verabschiedet. Die Änderungen zielen darauf ab, den Tierschutz zu verbessern, den Hochwasserschutz zu stärken und überflüssige Bürokratie abzubauen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören strengere Vorschriften zur Bejagung von Raubtieren, ein besserer Schutz für Jungtiere sowie das Verbot bestimmter Jagdmethoden.
Das überarbeitete Niedersächsische Jagdgesetz (NJagdG) führt mehrere grundlegende Reformen ein. So wird das Töten von Hunden während der Jagd künftig verboten, während die Tötung verwilderter Hauskatzen stärker eingeschränkt wird. Besonders im Fokus steht auch der Nutria – ein grabender Nager, der Deiche destabilisiert und damit die Hochwassergefahr erhöht. Gegen diese Art werden nun schärfere Kontrollmaßnahmen ergriffen.
Landwirte und Grundbesitzer erhalten neue Pflichten: Sie müssen künftig vor dem Mähen bis Mitte Juni ihre Felder auf Wildtiere kontrollieren, um etwa Rehkitze zu schützen, die sich oft im hohen Gras verstecken. Zudem entfällt die bisherige Verpflichtung zur Erstellung amtlicher Abschusspläne für Rehwild – die Verantwortung liegt nun bei den Eigentümern und Jägern selbst. Modernisiert werden auch die Vorschriften für die Ausbildung von Jagdhunden. Die Verwendung lebender Füchse in Schlafboxen – eine umstrittene Praxis – wird schrittweise abgeschafft, wobei die Behörden nach Alternativen suchen sollen. Gleichzeitig wird das Jagen mit Hunden in natürlichen Bauen verboten, während künstliche Baue weiterhin erlaubt bleiben. Eine weitere Neuerung: Die allgemeine Pflicht zur Präsentation von Trophäen entfällt, allerdings können in anerkannten Schutzgebieten Ausnahmen gelten. Um veraltete Praktiken zu reduzieren, müssen Jagdgehege innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes beseitigt werden. Die Reformen vereinfachen zudem bürokratische Abläufe, etwa durch den Wegfall verpflichtender Abschusspläne, ohne dabei auf notwendige Kontrollen zu verzichten.
Das aktualisierte Gesetz stärkt den Tierschutz, vereinfacht Regelungen und verbessert den Hochwasserschutz. Jagdmethoden unterliegen nun strengeren Auflagen, mit besonderem Augenmerk auf tiergerechte Praktiken und Umweltsicherheit. Die Änderungen treten in Kraft, sobald der Entwurf die letzten legislativen Schritte durchlaufen hat.
