Niedersachsen hält trotz VW-Krise an Oliver Blume fest – Streit um Infrastruktur eskaliert
Leopold BeerNiedersachsen hält trotz VW-Krise an Oliver Blume fest – Streit um Infrastruktur eskaliert
Niedersachsen hält an VW-Krisenchef Oliver Blume fest – Minister Tonne bestätigt Rückendeckung
Vorspann: Das Land Niedersachsen steht weiterhin hinter Oliver Blume als Vorstandsvorsitzendem – trotz der Krise bei Volkswagen. „Ich werde mich nicht von außen in diese Debatte einmischen“ sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne dem Fachinformationsdienst „Tagesspiegel Background“ (Montagsausgabe). „Aber ich möchte auch nicht vorgeworfen bekommen, die Dinge durch die rosarote Brille zu betrachten“, fügte der SPD-Politiker hinzu. „Doch [...]“
Ein Streit über die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur ist zwischen der Bundesregierung und Niedersachsen entbrannt. Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne warf Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder vor, sich bei zentralen Projekten nicht ausreichend zu engagieren. Die Auseinandersetzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten über Investitionen in Straßen, Ladeinfrastruktur und die Zukunft von Volkswagen verhandeln.
Gleichzeitig bekräftigte Niedersachsen seine Unterstützung für die VW-Führung – trotz der anhaltenden Herausforderungen bei der Umstellung des Konzerns auf Elektromobilität.
Tonne kritisierte, Schnieder konzentriere sich eher auf Einschränkungen als auf Lösungen. Der niedersächsische Minister forderte die Bundesregierung auf, zugesagte Investitionen umzusetzen – darunter den Ausbau von Autobahnen und Modernisierungsprojekte in der Region. Notwendige Baumaßnahmen müssten „ohne Verzögerung“ vorankommen, betonte er.
Schnieder (CDU), der als Bundesverkehrsminister amtiert, ging auf die Infrastrukturbedürfnisse Niedersachsens bisher nicht direkt ein. Stattdessen präsentierte er auf einer Konferenz 2025 den Masterplan Ladeinfrastruktur 2030, der den Ausbau des deutschen Ladenetzes für Elektrofahrzeuge vorsieht.
Niedersachsen bleibt unterdessen ein zentraler Akteur in der VW-Unternehmensführung. Das Land hält zwei Sitze im Aufsichtsrat des Konzerns und verfügt über 20 Prozent der Stimmrechte. Trotz der Schwierigkeiten, die Elektromobilitätsziele zu erreichen, bestätigte Tonne, dass die Landesregierung weiterhin hinter Konzernchef Oliver Blume stehe. Eine Einmischung in die Personaldebatte lehnte er ab, äußerte sich aber zuversichtlich, dass Volkswagen die Krise überwinden werde.
Vertreter Niedersachsens halten den Kurs des Konzerns hin zur E-Mobilität für richtig. Zwar verlaufe die Umstellung langsamer als geplant, doch langfristig werde sie gelingen, heißt es.
Die Auseinandersetzungen zwischen Bund und Land über die Verkehrsfinanzierung dauern an, während Niedersachsen auf konkrete Taten pocht. Die VW-Führung erhält weiterhin Rückhalt aus Hannover – auch wenn der Konzern mit Verzögerungen bei der Elektroauto-Strategie kämpft. Die Ergebnisse der aktuellen Verhandlungen werden sowohl die regionale Infrastruktur als auch die Zukunft des größten deutschen Automobilherstellers prägen.
