Mordprozess um Ahmaud Arbery beginnt – Geistliche fordern Gerechtigkeit vor Gericht
Leopold BeerMordprozess um Ahmaud Arbery beginnt – Geistliche fordern Gerechtigkeit vor Gericht
Der Prozess gegen Gregory McMichael, Travis McMichael und William Bryan wegen des Mordes an Ahmaud Arbery begann am 5. November 2021. Der Fall zieht täglich die Aufmerksamkeit lokaler Geistlicher auf sich, die sich vor dem Gerichtsgebäude des Glynn County versammeln, um Arberys Familie zu unterstützen und für die Gemeinschaft zu beten.
Die Tötung Ahmaud Arberys im Februar 2020 löste landesweite Empörung aus. Die McMichaels behaupteten, sie hätten Arbery mit einem Pickup verfolgt, weil sie ihn des Einbruchs verdächtigten, und ihn nach einer Konfrontation erschossen. Verhaftungen erfolgten erst im Mai 2020, nachdem ein Handyvideo aufgetaucht war, das offenbar zeigt, wie Travis McMichael Arbery mit einer Schrotflinte erschießt.
Die Geistlichen des Glynn County reagierten schnell und veröffentlichten noch am Tag der Festnahmen eine Stellungnahme. Sie beklagten den Verlust eines Menschenlebens und forderten Veränderungen. Bis zum Herbst 2020 hatten sich etwa 75 lokale Religionsvertreter zur Initiative Glynn Clergy for Equity zusammengeschlossen, um sich für rassistische Gerechtigkeit einzusetzen. Die Gruppe veranstaltete in diesem Jahr bereits drei „Gerechtigkeitsabendessen“, um offene Gespräche über Rassismus und Ungleichheit zwischen Klerus und Gemeinden zu fördern.
Seit dem Mord wurden die Bezirksstaatsanwältin, die wegen ihrer Fallbearbeitung kritisiert worden war, durch die Wähler ersetzt. Im Juli 2021 stellte das Glynn County zudem seinen ersten schwarzen Polizeichef ein. Während des Prozesses hat sich die Diakonin Willetta McGowen von der St. Mark’s Episcopal Church in den letzten drei Wochen täglich mit anderen Geistlichen vor dem Gericht versammelt. Ihr Ziel ist es, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, Ruhe und Einheit zu bewahren.
Der Prozess soll voraussichtlich zwei Wochen dauern. Die Präsenz der Geistlichen spiegelt ihr anhaltendes Engagement für rassistische Gerechtigkeit und Gemeinschaftsunterstützung wider. Ihre Bemühungen halten an, während der Fall vor Gericht verhandelt wird.
