17 June 2026, 18:57

Metall- und Elektroindustrie kämpft mit historischer Krise und Jobverlusten

Industrieeinbruch: Realit├Ąt schlechter als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Metall- und Elektroindustrie kämpft mit historischer Krise und Jobverlusten

Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steckt in anhaltenden Schwierigkeiten. Die Produktion liegt weiterhin deutlich unter den früheren Werten, und aktuelle Daten zeigen weitere Rückgänge bei Produktion, Aufträgen und Beschäftigung.

Die Industrieaufträge sanken im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Im Dreimonatszeitraum von Februar bis April 2026 betrug der Rückgang 3,1 Prozent. Besonders stark betroffen ist der Maschinen- und Anlagenbau: Hier brachen die Neuaufträge im April um 5,4 Prozent ein – zudem wurden die März-Zahlen nachträglich nach unten korrigiert.

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Die Produktion im Sektor ging im April gegenüber dem Vorquartal um 2,0 Prozent zurück. Im Jahresvergleich lag der Rückgang bei 2,7 Prozent. Die aktuelle Auslastung bleibt 15 Prozent niedriger als 2018. Die Kapazitätsauslastung fiel auf 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.

Auch der Arbeitsmarkt leidet: Im April gingen saisonal bereinigt 15.600 Stellen verloren – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Die Gesamtbeschäftigung liegt nun bei 3,746 Millionen, wobei seit 2019 über 300.000 Jobs abgebaut wurden. Die Unternehmensinsolvenzen stiegen im Mai 2025 auf 1.518 Fälle, ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Trotz staatlicher Hilfsmaßnahmen zeigt die Branche keine Anzeichen einer Erholung. Aufträge, Produktion und Beschäftigung sinken weiter, während die Insolvenzen zunehmen. Die Industrie steht unter erheblichem Druck, und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

Quelle