Mercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – Gewerkschaften widersetzen sich
Heinz-Peter SödingMercedes-Benz fordert längere Arbeitszeiten – Gewerkschaften widersetzen sich
Mercedes-Benz gerät unter Druck, die Arbeitskosten in Deutschland zu senken. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Automobilherstellers forderte längere Arbeitszeiten ohne zusätzliche Bezahlung. Die Arbeitnehmervertreter lehnen den Vorschlag entschieden ab.
Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, schlug vor, die Arbeitszeiten zu verlängern, um die Kosten zu reduzieren. Er argumentierte, dass die Lohnkosten in Deutschland im internationalen Vergleich zu hoch seien. Das Unternehmen bestätigte, dass die strukturellen Kosten in Deutschland weiterhin nicht wettbewerbsfähig seien.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, wies den Vorschlag zurück. Er betonte, dass längere Arbeitszeiten wenig bringen würden, solange einige deutsche Werke nicht ausgelastet seien. Zudem machte er deutlich, dass Tarifverhandlungen Sache der IG Metall und der Arbeitgeberverbände seien – nicht einzelner Unternehmen.
Aktuell arbeiten die Mitarbeiter von Mercedes-Benz eine 35-Stunden-Woche. Bisher gab es keine offiziellen Gespräche, diese Regelung zu ändern. Das Unternehmen sucht weiterhin in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern nach Wegen, die Effizienz zu steigern.
Der Konflikt zeigt, wie schwierig es ist, Kostensenkungen mit Arbeitnehmerrechten in Einklang zu bringen. Mercedes-Benz muss Lösungen im Rahmen der bestehenden Tarifverträge finden. Vorerst bleibt die reguläre Arbeitszeit unverändert.
