Linkspartei distanziert sich von Jugendorganisation nach Antisemitismus-Skandal
Serpil KranzLinkspartei distanziert sich von Jugendorganisation nach Antisemitismus-Skandal
Die Linkspartei hat sich öffentlich von ihrer Jugendorganisation Linksjugend Solid distanziert, nachdem Berichte über umstrittene Äußerungen bekannt geworden waren. Der Bayerische Rundfunk enthüllte, dass Mitglieder in einem internen Forum autoritäre Führer gelobt und antisemitische Bemerkungen gemacht hatten.
Der Skandal nahm seinen Lauf, als der Bayerische Rundfunk Gespräche innerhalb der Linksjugend Solid aufdeckte. Demnach hatten Mitglieder Joseph Stalin, Mao Zedong und den ehemaligen DDR-Staat gepriesen. Zudem nutzte die Gruppe in Diskussionen über den Gaza-Krieg provokative Formulierungen über Israel, darunter Vergleiche mit „israelischen Konzentrationslagern“ und die Behauptung eines „israelischen Völkermords im Namen des Judentums“. In dem Forum war auch ein Bild der israelischen Flagge mit dem Spruch „Tod Israel“ gepostet worden.
Die Parteiführung der Linken verurteilte die Äußerungen umgehend. Die Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner betonte, die Partei lehne diese Aussagen „auf das Schärfste“ ab. Die Linksjugend Solid selbst relativierte später ihre Position und distanzierte sich ausdrücklich von der DDR sowie ähnlichen Systemen – mit Verweis auf deren mangelnde Demokratie und staatliche Repression. Die Linkspartei hat inzwischen Gespräche mit ihrer Jugendorganisation aufgenommen, um die Vorwürfe zu prüfen und Konsequenzen zu fordern.
Klar gestellt hat die Partei, dass sie Stalinismus, positive Bezüge zur DDR und antisemitische Aussagen ablehnt. Sie arbeitet daran, das Problem innerhalb der Jugendorganisation zu lösen. Auch Politiker der Partei auf Landesebene äußerten sich empört über die Vorfälle.






