Linke-Chef warnt vor Bundeswehr-Werbung und relativiert Russland-Gefahr
Winfried JunkLinker-Parteichef: Sieht keinen Grund für russischen Angriff - Linke-Chef warnt vor Bundeswehr-Werbung und relativiert Russland-Gefahr
Linke-Chef: „Sehe keinen Grund, warum Russland angreifen sollte“
Linke-Chef: „Sehe keinen Grund, warum Russland angreifen sollte“
Linke-Chef: „Sehe keinen Grund, warum Russland angreifen sollte“
- Dezember 2025
Thorben Peters, Landesvorsitzender der Linken in Niedersachsen, hat die Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr scharf kritisiert. Die Werbekampagnen des Militärs würden den Dienst als aufregend und karrierefördernd darstellen, während sie die harten Realitäten verschwiegen, so Peters. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Debatten über Verteidigungspolitik vor den Landtagswahlen 2027 an Fahrt aufnehmen.
Peters warf der Bundeswehr vor, junge Menschen mit einer verklärten Darstellung des Militärlebens zu täuschen – als sei der Dienst voller Abenteuer und Chancen. Diese Herangehensweise bezeichnete er als „gefährliche Verharmlosung“, besonders angesichts der grausamen Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg. Kritik übte er auch an der Präsenz der Armee an Schulen und in öffentlichen Räumen, wo seiner Meinung nach die Risiken eines Waffendienstes systematisch heruntergespielt würden.
In der größeren Sicherheitspolitik räumte Peters zwar ein, dass Wladimir Putin eine gefährliche Figur sei, betonte jedoch, Russland habe noch nie einen militärisch überlegenen Gegner angegriffen. Die NATO bleibe in puncto Militärstärke deutlich überlegen, was die Wahrscheinlichkeit eines direkten Konflikts verringere. Trotz der angespannten Lage sehe er derzeit keine akute Gefahr eines russischen Angriffs auf Deutschland.
Der Linke-Politiker lehnte zudem Forderungen nach einer allgemeinen Wehrpflicht ab. Eine Zwangsrekrutierung junger Menschen schränke deren Freiheit ein und erzeuge ein trügerisches Gefühl von nationaler Sicherheit, argumentierte er. Seine Haltung spiegelt die langjährige Ablehnung der Partei gegenüber Militäraufrüstung und Dienstpflicht wider.
Peters’ Aussagen unterstreichen die anhaltenden Kontroversen um die deutsche Verteidigungspolitik. Seine Ablehnung der Rekrutierungspraxis, der Wehrpflicht und der NATO-Strategie wird voraussichtlich die Debatten im Vorfeld der Landtagswahlen 2027 prägen. Die Linke bleibt konsequent gegen eine Militarisierung – selbst in Zeiten anhaltender Sicherheitsbedenken.
