Kostenloser ÖPNV in Niedersachsen: Warum die Linke mit ihrem Plan scheitert
Serpil KranzLinke fordert kostenfreie Öffentliche Verkehrsmittel für Niedersachsen - Kostenloser ÖPNV in Niedersachsen: Warum die Linke mit ihrem Plan scheitert
Die Linke in Niedersachsen drängt darauf, den ÖPNV komplett kostenlos zu gestalten – Busse und Bahnen sollen für alle Fahrgäste ohne das Deutschlandticket zugänglich sein. Besonders profitieren sollen davon Rentner:innen und Geringverdiener wie Auszubildende. Der Vorstoß hat beim Landesverkehrsministerium scharfe Kritik ausgelöst, das die Forderung als realitätsfern zurückweist.
Laut der Linken haben derzeit nur etwa 75 Prozent der Niedersachsen einen einfachen Zugang zu einer Bushaltestelle oder einem Bahnhof. Die Partei fordert einen Ausbau des Angebots, vor allem in ländlichen Regionen, um die Erreichbarkeit zu verbessern. Eine Fachstudie aus dem Jahr 2023 ergab jedoch, dass bereits 77 Prozent der Bevölkerung eine Haltestelle innerhalb von fünf Gehminuten erreichen können; nur zwei Prozent benötigen mehr als 15 Minuten zu Fuß.
Das Verkehrsministerium bezeichnet den Vorschlag als "reinen Populismus". Ohne Ticketinnahmen ließen sich weder Personalkosten noch Fahrzeugunterhalt decken – ein kostenloser ÖPNV sei daher undurchführbar, so die Behörde. Zudem warnt sie, dass ein solcher Schritt die Preise für das Deutschlandticket bundesweit in die Höhe treiben könnte, was andere Regionen belasten würde. Das Ministerium verweist auf bestehende Maßnahmen zur Entlastung, etwa eine neue Förderung für Auszubildende, die 20 Prozent der Kosten für das Deutschlandticket übernimmt. Die Linke hat bisher jedoch keine Kostenschätzungen für ihr Modell vorgelegt, sodass die Finanzierungsfrage offenbleibt. Niedersachsen verfügt derzeit über 5,6 Haltestellen pro Quadratkilometer – das entspricht dem Bundesdurchschnitt.
Die Diskussion um einen ticketfreien ÖPNV in Niedersachsen bleibt vorerst ungelöst. Während die Linke auf eine vollständige Kostenfreiheit pocht, betont das Verkehrsministerium die finanziellen und organisatorischen Hindernisse. Ohne konkrete Berechnungen stößt der Vorstoß bei der Landesregierung auf massive Ablehnung.
