24 December 2025, 10:32

Keine Verkehrsverlagerung ohne Enteignung

Eine Straße mit Fahrzeugen und Text auf einer Präsentationsfolie.

Keine Verkehrsverlagerung ohne Enteignung

Ein neues Buch fordert einen radikalen Wandel bei Volkswagen

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Unter dem Titel „Lasst uns das Leben wieder in die eigenen Hände nehmen: Eine Einladung zum Kampf für ein gutes Leben für alle“ plädieren die Autor:innen dafür, dass VW seine Werke umstellen soll – weg vom Bau privater Pkw, hin zur Produktion von Straßenbahnen und Bussen. Die Verfasser:innen, eine Mischung aus Aktivist:innen und Beschäftigten, schlagen eine demokratische Umgestaltung des Konzerns vor, um diesen Wandel voranzutreiben.

Mitverfasst wurde das Buch von Tobi Rosswog, Thorsten Donnermeier, Katja Diehl, Cornelia Möhring und der Künstlerin Mierle Laderman Ukeles. Erschienen ist es im Westend Verlag und untersucht, wie Volkswagen zu einem sozio-ökologischen Modell übergehen könnte. Die Autor:innen lehnen Elektroautos als „falsche Lösung“ ab und setzen stattdessen auf Alternativen im öffentlichen Verkehr, die mit der kapitalistischen Produktionslogik brechen.

Im Mittelpunkt steht die Initiative „VW bedeutet VerkehrsWende“, unter der sich Aktivist:innen und Autobeschäftigte zusammengeschlossen haben. Sie fordern, dass VW seine Werke auf die Herstellung von Zügen und Bussen umstellt. Mit Protesten in Wolfsburg, der VW-Firmenstadt, und wiederholten Gesprächsangeboten an die Belegschaft machten sie Druck. Rosswog und andere argumentieren, dass die Abhängigkeit vom Auto Klima und Gemeinschaften schadet. Donnermeier, ein langjähriger VW-Mitarbeiter aus einem Dorf bei Kassel, schildert die mangelhaften ÖPNV-Verbindungen, die die Menschen ins Auto zwingen. Das Buch verknüpft den Kampf zudem mit Antifaschismus und zeichnet die NS-Vergangenheit von Volkswagen nach. Es deutet die Forderung nach Verkehrsgerechtigkeit als Teil einer größeren Bewegung gegen Unterdrückung und Umweltzerstörung.

Die Autor:innen bestehen darauf, dass die Demokratisierung von VW der erste Schritt zu einem echten Wandel ist. Sie entwerfen das Bild von Fabriken in Arbeiter:innenhand, die klimafreundliche Verkehrsmittel statt Privatfahrzeuge produzieren. Das Buch präsentiert ihre Kampagne als lokalen Konflikt in Wolfsburg – und zugleich als Modell für eine breitere industrielle Transformation.