Jungheinrich und IG Metall verhandeln um 190 Arbeitsplätze in Lüneburg
Serpil KranzDiskussionen bei Jungheinrich: IG Metall sagt Kundgebung ab - Jungheinrich und IG Metall verhandeln um 190 Arbeitsplätze in Lüneburg
Die Verhandlungen zwischen der Jungheinrich-Geschäftsführung und den Mitarbeitervertretern über die Zukunft des Werks in Lüneburg sind wiederaufgenommen worden. Die Gewerkschaft IG Metall sagte eine geplante Protestaktion und Pressekonferenz ab, um die Gespräche ohne Unterbrechung fortführen zu können. Die Belegschaft am Standort streikt seit dem 20. November unbefristet – als Reaktion auf angekündigte Stellenstreichungen.
Im Lüneburger Werk sind derzeit 330 Menschen beschäftigt, wobei nur 140 Büroarbeitsplätze gesichert sind. Die verbleibenden 190 Industriearbeitsplätze sollen im Rahmen einer geplanten Produktionseinstellung gestrichen werden. Im Mittelpunkt der aktuellen Gespräche stehen ein Interessenausgleich, ein Sozialplan sowie eine betriebliche Sozialvereinbarung.
Beide Seiten haben sich darauf verständigt, die Verhandlungen in der kommenden Woche an vier Tagen – von Montag bis Donnerstag – fortzusetzen. Zu den zentralen Themen gehören Abfindungsregelungen im Rahmen des Sozialplans sowie zusätzliche Leistungen für Gewerkschaftsmitglieder. Den Gesprächen gingen wochenlange Arbeitsniederlegungen voraus; die Belegschaft streikt seit Ende November ohne zeitliche Befristung.
Jungheinrich beschäftigt bundesweit über 8.200 Mitarbeiter, doch der Konflikt in Lüneburg bleibt ein zentraler Streitpunkt für das Unternehmen und die IG Metall. Die Entscheidung der Gewerkschaft, öffentliche Proteste vorerst auszusetzen, deutet auf eine vorläufige Konzentration auf die Suche nach einer Einigung hin.
Das Ergebnis der Verhandlungen wird über das Schicksal der 190 Industriearbeitsplätze in Lüneburg entscheiden. Sollte eine Einigung erzielt werden, würde diese Abfindungspakete und Sozialleistungen für die betroffenen Beschäftigten regeln. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche weitergeführt werden – eine sofortige Lösung steht derzeit noch aus.
