17 June 2026, 18:44

Italo plant Einstieg in deutschen Fernverkehr – Pro Bahn fordert faire Regeln

Pro Bahn fordert Schutzvorkehrungen für den Eintritt von Italo in den deutschen Fernverkehr

Italo plant Einstieg in deutschen Fernverkehr – Pro Bahn fordert faire Regeln

Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt Italos geplanten Einstieg in den deutschen Fernverkehr

Die deutsche Fahrgastvereinigung Pro Bahn hat den geplanten Markteintritt des italienischen Hochgeschwindigkeitsanbieters Italo in den deutschen Fernverkehr positiv aufgenommen. Das Unternehmen will ab 2028 Verbindungen wie Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München anbieten. Pro Bahn sieht darin eine Chance für mehr Wettbewerb, pocht jedoch auf eine starke politische Steuerung, um faire Bedingungen zu gewährleisten.

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Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender von Pro Bahn, betonte, dass der Wettbewerb allen Fahrgästen in Deutschland zugutekommen müsse. Zwar könnte Italos Markteintritt die Servicequalität verbessern, doch warnt der Verband davor, dass neue Anbieter vor allem lukrative Strecken bedienen könnten. Dadurch drohten strukturschwache Regionen schlechter an den Fernverkehr angebunden zu werden.

Um dies zu verhindern, fordert Pro Bahn rechtlich verbindliche Schutzklauseln für bestehende Regionalverbindungen bei der Vergabe von Trassenkapazitäten. Zudem soll eine unabhängige nationale Behörde die Streckenvergabe koordinieren und den Fernverkehr bündeln. Der Verband setzt sich außerdem für ein einheitliches Tarifsystem ein – inklusive Zeitkarten und Äquivalenten zur BahnCard –, das bei allen Anbietern gelten soll.

Pro Bahn macht deutlich, dass Wettbewerb allein keine Fairness garantiere. Die Politik müsse klare Regeln aufstellen, um zu verhindern, dass neue Anbieter gegenüber etablierten Diensten ungerechtfertigte Vorteile erlangen. Die Position des Verbandes unterstreicht, dass neben Marktmechanismen auch Regulierung notwendig sei. Ziel sei es, sicherzustellen, dass alle Regionen Zugang zu essenziellen Bahnverbindungen behalten. Ohne politisches Eingreifen, so die Warnung, könnten die Vorteile neuer Anbieter wie Italo nicht flächendeckend wirken.

Quelle