Historischer Warnstreik bei Lorenz Snacks: Süßwarenbranche erstmalig in Arbeitskampf
Heinz-Peter SödingHistorischer Warnstreik bei Lorenz Snacks: Süßwarenbranche erstmalig in Arbeitskampf
Warnstreik bei Lorenz Snacks in Hankensbüttel: Erste Arbeitsniederlegung in der deutschen Süßwarenbranche
Mitarbeiter des Produktionsstandorts und Logistiklagers von Lorenz Snacks GmbH & Co KG in Hankensbüttel legen am Freitag die Arbeit nieder. Es handelt sich um die erste Welle von Arbeitskampfmaßnahmen in der deutschen Süßwarenindustrie, wo derzeit über Tarifverhandlungen verhandelt wird.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) führt den Warnstreik an und fordert eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent über zwölf Monate. Fast alle Beschäftigten am Standort Hankensbüttel beteiligen sich an der Aktion. Die NGG kritisiert das aktuelle Angebot der Arbeitgeber als unzureichend: Demnach soll es in den ersten sechs Monaten keine Gehaltsanpassung geben, gefolgt von einer Erhöhung um 1,9 Prozent im Jahr 2026 und 1,5 Prozent im Jahr 2027.
Verhandelt wird zwischen der NGG und dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Traditionell werden Tarifabschlüsse in der Branche auf Landesebene ausgehandelt, wobei einige Gespräche parallel geführt werden. Bereits am 4. Juni hatten rund 200 Mitarbeiter des Herstellers Bahlsen in einem Proteststreik die Arbeit niedergelegt.
Die Süßwarenindustrie ist mit etwa 60.000 Beschäftigten der viertgrößte Lebensmittelzweig Deutschlands. Der Streik bei Lorenz Snacks in Hankensbüttel zeigt den wachsenden Druck auf die Arbeitgeber, ihre Lohnangebote nachzubessern. Sollte es keine Einigung geben, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen.






