25 December 2025, 14:19

Hannovers Schulplattform IServ wird abgeschaltet – Proteste nehmen zu

Ein gelber Schulbus parkt vor einem Backsteingebäude mit Fenstern.

Hannovers Schulplattform IServ wird abgeschaltet – Proteste nehmen zu

Hannovers Pläne zur Abschaltung der Schulplattform IServ lösen Proteste aus

Die geplante Abschaltung der Schulplattform IServ in Hannover hat bei Lehrkräften, Eltern und Schüler:innen Widerstand ausgelöst. Mehrere Schulen, darunter das Gymnasium Limmer und die IGS Bothfeld, haben sich öffentlich gegen den Schritt ausgesprochen. Sie argumentieren, dass das neue, zentralisierte System der Stadt nicht die nötige Flexibilität biete. Der Umstieg soll bis zum nächsten Sommer abgeschlossen sein – dann müssen alle städtischen Schulen auf eine einheitliche Plattform wechseln.

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IServ begann einst als IT-Projekt von Schüler:innen und erhielt später Förderung durch Jugend forscht. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zu einem weitverbreiteten Werkzeug, das von der Hardwareverwaltung bis zur Organisation von Elternabenden alles abdeckt. Viele Gymnasien und Gesamtschulen in Hannover nutzen die Plattform mittlerweile und schätzen besonders ihre Unabhängigkeit und Anpassungsfähigkeit.

Die Stadt hat jedoch beschlossen, IServ zugunsten der eigenen Lösung schulen-hannover.de schrittweise abzuschaffen. Behördenvertreter:innen begründen dies damit, dass die Pflege zweier Systeme unnötig und kostspielig sei. Auch der Landesrechnungshof hatte zuvor die doppelten Finanzierungen zwischen der Bildungscloud Niedersachsens und privaten Anbietern wie IServ kritisiert. Gerade die dezentrale Verwaltung durch schulinterne Administrator:innen, die viele als Stärke von IServ sehen, könnte der Plattform nun zum Verhängnis werden. Mit der Zentralisierung entfällt die schulautonome Steuerung – ein Merkmal, das Lehrkräfte und Eltern vehement verteidigen.

Hamburg hingegen hat einen anderen Weg gewählt: Nach dem Scheitern des eigenen eduport-Systems setzte die Stadt IServ flächendeckend über das Portal Schuldock ein. In Hannover hingegen müssen bis Mitte 2025 alle Schulen auf schulen-hannover.de umsteigen. Die neue Plattform wird Microsoft 365 integrieren, doch Kritiker:innen bemängeln, dass sie nicht an die maßgeschneiderten Funktionen von IServ heranreiche. Die Proteste nehmen zu – Elternvertretungen und Lehrergremien fordern eine Rücknahme der Entscheidung.

Die Abschaltung von IServ bedeutet das Ende eines Systems, das viele Schulen jahrelang genutzt haben. Ab dem nächsten Sommer wird der Schulbetrieb in Hannover über eine einzige digitale Plattform laufen – unabhängig davon, ob die Beteiligten den Wechsel befürworten oder nicht. Mit dem nahenden Stichtag für die Umstellung bleiben Lehrkräften und Schulverwaltungen kaum Alternativen.