Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit vor dem Kollaps: Finanznot bedroht 17 Einrichtungen
Leopold BeerHamburgs Kinder- und Jugendarbeit vor dem Kollaps: Finanznot bedroht 17 Einrichtungen
Hamburgs offene Angebote für Kinder und Jugendliche stecken in der Krise – chronische Unterfinanzierung droht den Zusammenbruch
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH) steht wegen jahrelanger finanzieller Engpässe vor dem Aus. Damit sind zentrale Dienstleistungen für junge Menschen in Gefahr. Die Hamburger Schulbehörde plant zudem, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Einrichtung für Kita-Betreuung zusammenzulegen – ein Vorhaben, das auf massiven Widerstand stößt.
Der VKJH kämpft seit Jahren mit unsicheren Finanzierungen. Sein OHA!-Büro für Kinder- und Jugendrechte, das seit 2021 aktiv ist, bearbeitet jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Anja Post-Martens, eine der Geschäftsführerinnen des VKJH, betont, dass die ursprüngliche Ausschreibung für die OHA-Stelle ausdrücklich auch die Kinderbetreuung umfasste.
Die geplante Zusammenlegung der Ombudsstellen sorgt für scharfe Kritik. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) meldete sich zu Wort und äußerte tiefe Besorgnis über die Pläne. Die Schulbehörde argumentiert, der VKJH könne sich erneut um die Ombudsrolle bewerben – doch das Verfahren würde die ohnehin knappen Ressourcen weiter belasten.
Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, könnte der VKJH seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die Bezirksämter übertragen. Selbst für grundlegende Verwaltungskosten fehlen derzeit die Mittel.
Die Zukunft des VKJH bleibt ungewiss. Scheitern die Verhandlungen, droht die Schließung der Ombudsstelle und weiterer Angebote. Die Umstrukturierungspläne der Stadt könnten die Jugendfürsprache in Hamburg neu ordnen – Kritiker warnen jedoch vor Versorgungslücken für Kinder und Jugendliche.






