Günter Rösslers unvergessliche Fotokunst zum 100. Geburtstag in Apolda
Leopold BeerUnter der Mode, über der Nacktheit - Fotos von Günter Rössler in Apolda - Günter Rösslers unvergessliche Fotokunst zum 100. Geburtstag in Apolda
Eine neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda feiert den 100. Geburtstag des renommierten Fotografen Günter Rössler. Unter dem Titel „Günter Rössler: Mode- und Aktfotografie“ präsentiert die Schau rund 130 Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus sechs Jahrzehnten seines Schaffens. Rössler, der am Silvesterabend 2012 verstarb, bleibt vor allem für seine markanten Arbeiten aus der DDR-Zeit in Erinnerung.
Kuratorin der Ausstellung ist Kirsten Schlegel, Rösslers Witwe und Verwalterin seines künstlerischen Nachlasses. Sie wird am 29. Januar und 29. April persönliche Führungen anbieten und dabei tiefere Einblicke in das Werk des Fotografen geben. Besucher können zudem einen Audioguide mit Originalberichten seiner Models nutzen sowie einen 90-minütigen Dokumentarfilm anschauen.
Rösslers Werk ist auf zwei Ebenen verteilt: Im Erdgeschoss sind seine Reportage- und Modefotografien zu sehen, von denen viele ursprünglich in den Magazinen Magazin und Sibylle erschienen. Seine berühmten Aktstudien, die durch ihre ungeschönte Authentizität bestachen, sind im Obergeschoss ausgestellt. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er „Starke Frauen des Ostens“, eine Sammlung seiner ikonischsten Porträts. Rösslers Ansatz war stets vom Streben nach Wahrheit geprägt – er wollte die „möglichst größte Echtheit der Mädchen“ in seinen Bildern einfangen, ohne künstliche Posen oder Idealisierung. Sein Vermächtnis lebt in diesen kraftvollen, ungeschönten Darstellungen weiter.
Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zu Rösslers 100. Geburtstag und vereint Mode-, Reportage- und Aktfotografie unter einem Dach, um seinen anhaltenden Einfluss zu würdigen. Persönliche Zeitzeugenberichte und der Dokumentarfilm bereichern das Erlebnis für die Besucher zusätzlich.
