15 December 2025, 18:48

Grüne streiten über Homöopathie – Parteitag in Hannover sucht Neuaufbruch

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern und Bäumen, Büschen, einem Banner, einem Gebäude mit Namensschildern, Autos und aktuellen Umfragen im Hintergrund.

Grüne streiten über Homöopathie – Parteitag in Hannover sucht Neuaufbruch

Grüne debattieren über Homöopathie

Vorschau Die Grünen treffen sich an diesem Nachmittag in Hannover zu einem Parteitag. Auf der Tagesordnung steht eine Debatte über die politische Lage mit einer Rede der Parteivorsitzenden Franziska Brantner. Rund 800 Delegierte werden bis Sonntag an der Konferenz teilnehmen. Auch die Homöopathie wird thematisiert.

Veröffentlichungsdatum 27. November 2025, 09:54 Uhr

Stichwörter Politik und Gesetzgebung, Innenpolitik, Allgemeine Nachrichten

Artikeltext Die Grünen kommen an diesem Wochenende in Hannover zu einem wichtigen Parteitag zusammen. Rund 800 Delegierte beraten von Freitagmittag bis Sonntag über zentrale Themen, darunter Klimapolitik und interne Herausforderungen. Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Partei nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Bundestagswahl im Februar um den Wiederaufbau ihrer Unterstützung ringt.

Aktuell liegen die Grünen in Umfragen bei 11 bis 12 Prozent und schaffen es nicht, als Oppositionspartei an Fahrt zu gewinnen. Mit den ehemaligen Vorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock, die sich aus der Spitzenpolitik zurückgezogen haben, sucht die Partei nach einer neuen Ausrichtung – gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die ambitionierten Klimaziele finanziert werden sollen.

Den Auftakt des Parteitags bildet eine Debatte über die aktuelle politische Position der Grünen. Die Co-Vorsitzende Franziska Brantner wird die Delegierten ansprechen und damit den Ton für die weiteren Diskussionen setzen. Einer der umstrittensten Punkte ist ein Antrag, der die Erstattung homöopathischer Behandlungen durch die gesetzliche Krankenversicherung beenden soll. Eingebracht wurde der Vorschlag von Bettina Hagedorn, einer Hamburger Delegierten und gesundheitspolitischen Sprecherin der Partei. Über den Antrag wird am Samstagabend abgestimmt.

Ein weiterer Antrag zielt auf die Bekämpfung von Rassismus in Sicherheitsbehörden ab. Gefordert werden bessere Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, um strukturelle Probleme anzugehen. Zudem ringt die Partei darum, wie die Finanzierung des Klimaschutzes – ein zentrales Politikfeld – gesichert werden kann, das in jüngsten Debatten etwas an Dringlichkeit eingebüßt hat.

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Die aktuellen Schwierigkeiten der Grünen folgen auf die enttäuschende Bundestagswahl im Februar, bei der die Partei nur 11,6 Prozent der Stimmen holte. Seither stagniert die Unterstützung, und die Grünen suchen nach Wegen, wieder stärker an die Wählerinnen und Wähler anzudocken. Der Parteitag in Hannover soll nun ein Zeichen des Neuaufbruchs setzen und die Prioritäten neu justieren.

Die Homöopathie ist dabei zu einem Zankapfel in der breiten Debatte geworden. Hagedorns Antrag argumentiert, dass öffentliche Gelder nicht für Behandlungen ohne wissenschaftliche Grundlage aufgewendet werden sollten. Sollte der Antrag durchkommen, könnte dies einen Kurswechsel der Grünen in der Alternativmedizin einläuten.

Die Ergebnisse des Parteitags werden die Strategie der Grünen in den kommenden Monaten prägen. Die Delegierten entscheiden über zentrale Anträge, darunter die Zukunft der Homöopathie-Finanzierung und Reformen in den Sicherheitsbehörden. Die Partei hofft, dass die Veranstaltung ihren Einfluss stärkt – als Vorbereitung auf die anstehenden politischen Auseinandersetzungen.