Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Fall
Winfried JunkGrüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Gelbhaar-Fall
Die Grünen haben ein neues Statut zum Umgang mit sexueller Belästigung eingeführt. Der Schritt folgt auf ein Jahr der Prüfung, nachdem eine interne Kommission die Bearbeitung eines prominenten Falls durch die Partei kritisiert hatte, in den Stefan Gelbhaar verwickelt war.
Vor einem Jahr hatte die Kommission die Reaktion der Partei auf die Vorwürfe gegen Gelbhaar scharf verurrteilt. Sie kam zu dem Schluss, dass das damals angewandte Ombudsverfahren weder klare Verfahrensregeln noch präzise Definitionen aufwies. Zudem sei das Verfahren für politische Zwecke missbraucht worden, was Gelbhaar eine wirksame Verteidigung unmöglich gemacht habe.
Die Vorwürfe kosteten Gelbhaar die Chance, als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2021 anzutreten. Nach den neuen Regeln sollen Schlichtungsausschüsse künftig auf Vermittlung statt auf Sanktionen setzen. Disziplinarmaßnahmen werden stattdessen von den parteiinternen Schiedsgerichten entschieden.
Das Statut sieht zudem Maßnahmen vor, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren. Bei möglichen Straftaten werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht auf rechtliche Schritte informiert.
Das neue Regelwerk zielt darauf ab, die Zuständigkeiten der parteiinternen Gremien klarer zu trennen. Es behebt frühere Mängel und legt strengere Richtlinien für die Behandlung künftiger Fälle fest. Die Änderungen sollen für mehr Fairness und Transparenz in den parteiinternen Verfahren sorgen.
