Gedenkabend für Sinti-Überlebende Agnes Geisler im Museumsquartier Osnabrück
Heinz-Peter SödingGedenkabend für Sinti-Überlebende Agnes Geisler im Museumsquartier Osnabrück
Ein besonderer Abend der Erinnerung findet am 22. Januar 2023 im Museumsquartier Osnabrück statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht eine Lesung und eine Diskussion über das Leben von Agnes Geisler, einer Sinti-Frau, die als Kind mehrere Konzentrationslager überlebte. Organisiert in Kooperation mit dem Fachbereich Friedenskultur der Stadt, soll die Veranstaltung historische Verantwortung würdigen und aktives Gedenken fördern.
Agnes Geisler durchlitt während der NS-Zeit unvorstellbares Leid. Mit nur neun Jahren überlebte sie Auschwitz, Ravensbrück, Mauthausen und Bergen-Belsen. Jahrzehnte später entschied sie sich, ihre Geschichte öffentlich zu teilen – angetrieben von der Sorge um das aktuelle politische Klima in Deutschland und dem Wunsch, vor den Gefahren des Vergessens zu warnen.
Ihre Erlebnisse hielt Louis Pawellek fest, der im Laufe der Zeit ihr Vertrauen gewann. Pawellek wird die Lesung und Diskussion im Museumsquartier leiten und die Besucher:innen durch Geislers erschütternden Bericht führen. Die Veranstaltung steht im Zeichen des Bemühens, die Stimmen der Überlebenden zu bewahren und künftige Generationen aufzuklären. Die Zusammenarbeit zwischen dem Museumsquartier und dem Osnabrücker Fachbereich Friedenskultur unterstreicht das Engagement der Stadt für das Gedenken. Der Eintritt ist frei, um einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zu diesem wichtigen Dialog zu ermöglichen.
Der Abend am 22. Januar bietet eine seltene Gelegenheit, sich direkt mit Geislers Zeugnis auseinanderzusetzen. Indem sie ihre Geschichte teilte, hinterlässt sie eine mächtige Mahnung der Vergangenheit. Die Veranstaltung betont die fortwährende Notwendigkeit, sich mit historischen Gräueltaten auseinanderzusetzen – durch Bildung und Reflexion.
