Garnelen-Boom an der Nordsee: Preise stürzen vor Weihnachten ab
Heinz-Peter SödingUnerwartet reiche Fänge - Krabben bald billiger? - Garnelen-Boom an der Nordsee: Preise stürzen vor Weihnachten ab
Nordseegarnelenfischer erleben in diesem Jahr eine deutliche Wende. Nach monatelangen magern Fängen holen sie nun bis zu 80 Kilogramm pro Stunde aus dem Wasser – deutlich mehr als noch zu Beginn des Jahres 2024. Der plötzliche Angebotsüberschuss wird voraussichtlich zu einem deutlichen Preisverfall vor Weihnachten führen und damit Käufern Entlastung verschaffen, während Verarbeiter vor neuen Herausforderungen stehen.
Noch vor wenigen Monaten kämpften Fischer in Oldenburg mit Erträgen von teils nur zehn Kilogramm pro Stunde. Doch jetzt füllen sich die Netze wieder, und die gestiegenen Einnahmen ermöglichen vielen Betrieben, in moderne Ausrüstung zu investieren – etwa in effizientere Kühlsysteme oder sparsamere Motoren.
Der unerwartete Fangboom hat jedoch die Schälbetriebe in Marokko, wo ein Großteil der Verarbeitung stattfindet, an ihre Grenzen gebracht. Durch den Stau verzögert sich die Lieferung geschälter Garnelen, was die Preise vorerst hochhält. Sobald sich der Rückstau aber auflöst, wird der Markt einen deutlichen Preisrutsch erleben.
Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen prognostizieren, dass sich der Einkaufspreis für geschälte Garnelen im Vergleich zum Vorfrühling nahezu halbieren könnte. Zudem könnte der erwartete Rückgang von Meeresparasiten vor Oldenburg dazu beitragen, dass die Fangerträge in den kommenden Monaten hoch bleiben.
Günstigere Garnelenpreise werden sich einstellen, sobald die Verarbeitung mit dem erhöhten Aufkommen Schritt hält. Die Investitionen der Fischer in ihre Ausrüstung deuten auf langfristiges Vertrauen in den Markt hin, während Verbraucher bald von sinkenden Preisen profitieren dürften. Die Entwicklungen zeigen nicht nur eine Erholung der Bestände, sondern auch die Anpassungsfähigkeit der Branche an wechselnde Bedingungen.
