Freenet-Kundin zahlt jahrelang für unerwünschte Auto-Abos – ohne es zu merken
Leopold BeerFreenet-Kundin zahlt jahrelang für unerwünschte Auto-Abos – ohne es zu merken
Eine Freenet-DLS-Kundin in Niedersachsen entdeckte, dass ihr 545 Euro für Leistungen berechnet worden waren, die sie nie bestellt hatte. Die Abbuchungen blieben jahrelang unbemerkt – erst als sie ihren Mobilfunkvertrag kündigen wollte, fiel ihr der Betrag auf. Verbraucherschützer warnen, dass es sich dabei um ein verbreitetes Problem handelt: Nach Werbeanrufen zahlen Kunden oft für auto abos, die sie gar nicht wollten.
Der Fall begann mit einem Anruf, bei dem der Kundin ein kostenloser Testzugang für den IPTV-Dienst Waipu.tv angeboten wurde. Ohne ihr Wissen wurde sie zusätzlich für einen Cloud-Dienst angemeldet. Nach deutschem Recht ist ein Vertrag nur gültig, wenn der Kunde ihn ausdrücklich akzeptiert – doch hier lag keine klare Zustimmung vor.
Jahre lang buchte Freenet DLS kleine Beträge von ihrem Konto ab, insgesamt 545 Euro. Als die Frau die Abbuchungen schließlich bemerkte, erstattete das Unternehmen zunächst nur 2,99 Euro. Erst nach Einschaltung der Verbraucherzentrale erhielt sie den vollen Betrag zurück.
Verbraucherschützer verweisen auf ein wiederkehrendes Muster: Kunden willigen ein, Informationen zu erhalten, und stellen später fest, dass sie für Leistungen zahlen, die sie nie in Anspruch nehmen wollten. Sie raten dazu, nach Werbeanrufen Kontoauszüge genau zu prüfen. Tauchen unerwartete Gebühren auf, sollten Betroffene sofort Widerspruch einlegen und eine angebliche Zustimmung widerrufen. Zudem können sie sich jederzeit aus Werbeanrufen austragen lassen – solche Anrufe setzen ohnehin eine vorherige Einwilligung voraus.
Der Fall zeigt, wie leicht unerwünschte auto abos übersehen werden können. Verbraucher sollten ihre Konten regelmäßig kontrollieren und unbekannte Belastungen anfechten. Ohne aktives Eingreifen gibt es oft keine automatische Rückerstattung – selbst wenn Verträge ohne wirksame Zustimmung zustande kamen.
