Fracking in Deutschland: Chance für Gasversorgung oder unnötiges Risiko?
Heinz-Peter SödingFracking in Deutschland: Chance für Gasversorgung oder unnötiges Risiko?
Deutschland verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, die die heimische Erdgasversorgung stärken könnten. Die Förderung dieser Ressource würde jedoch Fracking erfordern – eine Methode, die im Land derzeit verboten ist. Experten zufolge könnte die Technologie zwar langfristig zur Energiesicherheit beitragen, kurzfristige Engpässe oder hohe Preise ließe sie sich damit aber nicht schnell beheben.
Schätzungen zufolge könnte Fracking bis 2025 zwischen 6 und 12 Prozent des deutschen Gasbedarfs decken. Die jährliche Förderung läge dann bei 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern. Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für eine großflächige Förderung würde jedoch Jahre dauern und Hunderte von Bohrlöchern erfordern.
Ohne staatliche Unterstützung bleibt die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Frackings ungewiss. Selbst bei voller Kapazität wäre der zusätzliche Gasausstoß im globalen Maßstab eher bescheiden – ein nennenswerter Einfluss auf die Weltmarktpreise ist daher unwahrscheinlich.
Umweltbedenken haben zu strengen Auflagen geführt. Die Behörden betonen, dass Risiken durch hohe Sicherheitsstandards minimiert werden könnten. Um das Potenzial überhaupt zu erkunden, müsste Deutschland zunächst das bestehende Fracking-Verbot aufheben, um Probebohrungen und weitere Untersuchungen zu Kosten und Auswirkungen zu ermöglichen.
Fracking könnte in den kommenden zehn Jahren eine kleine, aber stetige Ergänzung der deutschen Gasversorgung darstellen. Die Aufhebung des Verbots würde Probebohrungen ermöglichen, um praktische und ökologische Faktoren zu bewerten. Ohne Subventionen bleibt die Zukunft der Branche im Land jedoch ungewiss.






