Forderung nach nationalem Gedenktag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli
Serpil KranzForderung nach nationalem Gedenktag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli
Eine neue Kampagne fordert einen nationalen Gedenktag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Berichte einen deutlichen Anstieg von Hassvorfällen in ganz Deutschland zeigen. Die Interessensgruppe Claim drängt auf besseren Schutz für Betroffene.
Im Jahr 2025 verzeichneten die Behörden 4.096 antimuslimische Vorfälle – ein Anstieg um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Beleidigungen machten mit 61,1 % den größten Teil der Fälle aus. Zu den körperlichen Übergriffen zählten zwei Tötungsdelikte, 214 Körperverletzungen, 320 Sachbeschädigungen und fünf Brandanschläge.
Frauen waren überproportional betroffen: Sie waren in 64,5 % der Vorfälle die Zielscheibe, während Männer 34,5 % ausmachten. Im Februar 2025 wurden in Berlin zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren angegriffen, weil sie ein Kopftuch trugen. Umfragen zeigten zudem eine weit verbreitete Voreingenommenheit: 44 % der Muslime berichteten von Diskriminierung in Jobcentern, 55 % von ungerechter Behandlung in Ausländerbehörden.
Trotz des Ausmaßes des Problems erstatteten nur 4 % der Muslime, die im vergangenen Jahr Diskriminierung erlebten, offiziell Anzeige. Claim wies darauf hin, dass jeder zweite Deutsche antimuslimischen Aussagen zustimmt. Die Gruppe fordert nun bessere Unterstützungssysteme und rechtliche Schutzmechanismen für Opfer.
Die Kampagne setzt sich dafür ein, den 1. Juli als Tag zu etablieren, an dem der Opfer gedacht und das Bewusstsein für das Thema geschärft wird. Zudem verlangt sie wirksamere Maßnahmen gegen antimuslimische Hasskriminalität. Die steigende Zahl der Vorfälle unterstreicht nach Ansicht der Organisatoren die Dringlichkeit des Handelns.
