24 June 2026, 20:08

FDP-Streit eskaliert nach Interview mit Junger Freiheit – Partei gespalten

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach Interview mit Junger Freiheit – Partei gespalten

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) hat eine Debatte an Schärfe gewonnen, ausgelöst durch ein Interview, das der Abgeordneten Martin Hagen der rechtsextremen Zeitschrift Junge Freiheit gegeben hat. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, eine prominente Vertreterin des linken Parteiflügels, kritisierte Hagen scharf für seinen Umgang mit dem Medium. Der Streit hat eine breitere Diskussion über politische Grenzen und den Umgang mit Medien ausgelöst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Leutheusser-Schnarrenberger verurteilte Hagens Entscheidung, der Jungen Freiheit ein Interview zu gewähren. Sie argumentierte, dass eine solche Zusammenarbeit das Risiko berge, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Der Spiegel unterstützte diese Position und behauptete, jedes Gespräch mit dem Blatt verletze eine journalistische Brandmauer.

Auch Sabine Döring zog sich von einer Podiumsdiskussion zurück, die von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung organisiert worden war. Ihr Rückzug stand im Zusammenhang mit der Wahl des Veranstaltungsformats und spiegelt die wachsende Verunsicherung innerhalb der Partei wider.

Hagen verteidigte sein Vorgehen und betonte, die Junge Freiheit sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig lehnte er jede Zusammenarbeit mit der AfD ab und erklärte, sie komme für die FDP nicht als möglicher Partner infrage. Zudem beklagte er einen gesellschaftlichen Verfall der Streitkultur, der sich besonders während der Amtszeit von Angela Merkel verschärft habe.

Susanne Seehofer unterstützte Hagens Haltung. Sie lobte das Interview als notwendigen Schritt, um über politische Echokammern hinaus in Dialog zu treten.

Die Kontroverse offenbart tiefe Gräben innerhalb der FDP in Fragen des Medienumgangs und politischer Abgrenzung. Während Hagens Interview und dessen Rechtfertigung auf Kritik innerhalb der Partei stoßen, sehen andere darin einen legitimen Versuch, die Debattenkultur zu erweitern. Die Diskussion bleibt ungelöst – mit weitreichenden Folgen für die künftige Ausrichtung der Partei.

Quelle