Europas Batterie-Revolution: Sauberes Graphit ohne Gift und mit weniger Energie
Winfried JunkEuropas Batterie-Revolution: Sauberes Graphit ohne Gift und mit weniger Energie
Neues Forschungsprojekt will Graphitproduktion für Lithium-Ionen-Batterien in Europa revolutionieren
Das Vorhaben mit dem Namen USE-G zielt darauf ab, umweltfreundlichere Verfahren für die Verarbeitung von natürlichem und recyceltem Graphit zu entwickeln – bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch und weniger gefährlichem Abfall. Mit einer Förderung von 1,7 Millionen Euro vereint das auf drei Jahre angelegte Projekt Universitäten und Industriepartner, um eine vollständig europäische Lieferkette aufzubauen.
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena übernimmt die technische Leitung des Projekts. Dr. Martin Oschatz und sein Team testen ein Reinigungsverfahren mit Chlorgas bei hohen Temperaturen, das Flusssäure ersetzen soll – ein hochgiftiger Stoff, der bisher häufig in der Graphitaufbereitung eingesetzt wird. Die neue Methode verspricht eine sicherere und nachhaltigere Herstellung von hochreinem Graphit.
Das Unternehmen Northern Graphite stellt natürliches Graphit bereit und ist für die Mahlung, Formgebung sowie Batterietests verantwortlich. Seine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass das aufbereitete Material den strengen Anforderungen für Anoden in Lithium-Ionen-Batterien entspricht. Gleichzeitig konzentriert sich die H.C. Starck Tungsten GmbH auf die Rückgewinnung von Graphit aus der sogenannten "Black Mass" – dem Restmaterial aus recycelten Batterien –, um sekundäre Rohstoffe in die Produktion zu integrieren.
Die Rain Carbon Germany GmbH trägt durch die Optimierung des Kohlenstoff-Beschichtungsverfahrens für Graphit-Anoden bei. Ihr Ziel ist es, die Beschichtung nachhaltiger zu gestalten und so die Umweltbelastung weiter zu verringern. Langfristig soll das Projekt natürliches und recyceltes Graphit zu einem einzigen, hochleistungsfähigen Anodenmaterial vereinen – vollständig in Europa hergestellt.
Die Finanzierung von USE-G stammt vor allem aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das Budget von 1,7 Millionen Euro fließt in die nächsten drei Jahre in Forschung, Tests und die Skalierung der neuen Technologien.
Mit dem USE-G-Projekt entsteht ein in Europa produziertes Anodenmaterial auf Basis von natürlichem und recyceltem Graphit. Durch den Verzicht auf gefährliche Chemikalien und den geringeren Energieverbrauch könnte das Verfahren einen neuen Standard in der Batterieherstellung setzen. Bei Erfolg würde die Technologie nicht nur eine lokale Lieferkette für Lithium-Ionen-Batterien sichern, sondern auch die Umweltbelastung deutlich reduzieren.






