06 February 2026, 00:20

EU-Regeln zu Dauergrünland zwingen Landwirte in Europa zum Umdenken seit 2021

Ein Plakat mit einer Karte von Pennsylvania in verschiedenen Grüntönen, auf der der Text "Grass Unlimited: Ein zielgerichteter Ansatz für Grasslandressourcen" in fetter schwarzer Schrift steht.

EU-Regeln zu Dauergrünland zwingen Landwirte in Europa zum Umdenken seit 2021

Neue EU-Vorschriften zur Umwandlung von Dauergrünland verändern seit 2021 die Landwirtschaft in den Mitgliedstaaten

Die Änderungen, die Teil der aktualisierten Standards für eine gute landwirtschaftliche und ökologische Praxis (GLÖZ) sind, schränken die Möglichkeiten der Landwirte ein, Grünland umzuwidmen, und führen strengere Melde- und Ersatzpflichten ein.

Nach dem GLÖZ-Standard 1 von 2021 ist die Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland in den meisten EU-Ländern grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten über nationale Sonderregelungen – etwa erlaubt Deutschland Veränderungen auf Flächen mit geringem Naturschutzwert unter 0,3 Hektar, während Frankreich in bestimmten Regionen Umwandlungen gestattet. Zwar benötigen Landwirte für solche Änderungen keine Genehmigung oder Ersatzflächen mehr, sie müssen die Behörden jedoch vorher informieren.

Die Regelungen unterscheiden sich je nach Entstehungszeitpunkt des Grünlands: Für vor 2015 angelegte Flächen ist weiterhin eine behördliche Genehmigung erforderlich, zudem muss im selben Gebiet eine gleichwertige Ersatzfläche geschaffen werden. Grünland, das ab 2015 angelegt wurde, unterliegt hingegen keinen solchen Auflagen.

Mit den Aktualisierungen des Einheitsantrags 2026 kommen weitere Einschränkungen hinzu: Ersatzflächen für umgepflügtes Grünland dürfen nicht mehr von Betrieben mit ökologischem Landbau, teilweise ökologisch wirtschaftenden Höfen oder kleinen Betrieben mit bis zu 10 Hektar Fläche stammen. Die Folgen sind unterschiedlich: Während Länder wie Italien und Polen einen Rückgang der Ackerflächenerweiterung verzeichnen, gibt es in anderen Staaten wie den Niederlanden Proteste von Landwirten wegen gestiegener Unterhaltungskosten und eingeschränkter Anbauflexibilität.

Viele Bauern setzen stattdessen auf Alternativen wie Agroforstwirtschaft, um sich an die strengeren Vorgaben anzupassen.

Die verschärften GLÖZ-Standards haben die Kontrolle über Grünlandumwandlungen deutlich ausgeweitet und zwingen die Landwirte, ihre Bewirtschaftungsstrategien anzupassen. Angesichts unterschiedlicher nationaler Umsetzung und neuer Beschränkungen bei Ersatzflächen prägen die Regelungen weiterhin die Entwicklung von Ackerland und landwirtschaftlichen Praktiken in der gesamten EU.

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