Düsseldorf und Rostock stoppen Milliardentheater – Sparsamkeit setzt sich durch
Heinz-Peter SödingDüsseldorf und Rostock stoppen Milliardentheater – Sparsamkeit setzt sich durch
Zwei deutsche Großstädte haben teure Theaterprojekte aufgegeben und setzen stattdessen auf kostengünstigere Lösungen. Düsseldorf strich den Bau eines 1,8-Milliarden-Euro-Opernhauses, während Rostock sein historisches Volkstheater erhielt – statt es für Neubauten abzureißen. Beide Entscheidungen unterstreichen die steigenden Kosten und veränderten Prioritäten in der Stadtentwicklung.
In Düsseldorf scheiterten die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Die Stadt hatte vorgehabt, ihr Nachkriegs-Opernhaus durch einen modernen Bau am Wehrhahn zu ersetzen. Als das Projekt unfinanzierbar wurde, ging das Grundstück zurück in kommunalen Besitz. Ein neuer Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben, aus dem der „Blaue-Grüne Ring“ des Büros raumwerk als kostengünstigere Alternative hervorging. Die Modernisierung des bestehenden Bonatz-Baus könnte dennoch 400 bis 500 Millionen Euro verschlingen.
In Rostock hatte die CDU-geführte Stadtvertretung zunächst den Abriss des Volkstheaters zugunsten von Wohnungen vorgeschlagen. Das 1943 errichtete und später als Ikone der DDR-Moderne umgestaltete Gebäude steht jedoch seit einer Entscheidung des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin unter Schutz – ein Abriss ist damit unwahrscheinlich. Parallel treibt das Berliner Büro Hascher Jehle ein neues Theaterprojekt für 208 Millionen Euro in der Stadt voran.
Auch in einem weiteren Snøhetta-Projekt griff Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller ein und stoppte es, als die Finanzierung auf rund 800 Millionen Euro anwuchs.
Beide Städte haben sich damit von hochpreisigen Kulturvorhaben verabschiedet und setzen stattdessen auf Erhalt oder günstigere Alternativen. Während Rostocks Volkstheater voraussichtlich bestehen bleibt, prüft Düsseldorf ein zurückhaltenderes Design. Die Entscheidungen spiegeln einen Trend zu größerer finanzieller Vorsicht bei öffentlichen Bauprojekten wider.






