Doppelmordprozesse erschüttern Niedersachsen: Zwei Männer vor Gericht
Heinz-Peter SödingHat er seine Frau verbrannt? - 50-Jähriger vor Gericht - Doppelmordprozesse erschüttern Niedersachsen: Zwei Männer vor Gericht
Ein 50-jähriger Mann aus Goslar muss sich wegen des Mordes an seiner Ehefrau vor Gericht verantworten, die nach einer Brandstiftung in ihrem gemeinsamen Zuhause ums Leben kam. Die Tat ereignete sich, während das Opfer schlief, und führte zu Anklagen wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Totschlags. Der Beschuldigte befindet sich seit seiner Festnahme am Tatort in Untersuchungshaft.
Ein weiterer, räumlich zusammenhängender, aber unabhängiger Fall betrifft einen 40-jährigen Mann, der beschuldigt wird, seine ehemalige Partnerin in Edemissen ermordet zu haben. Vor dem Landgericht Braunschweig muss er sich unter anderem wegen Körperverletzung mit einem Brecheisen und wegen des Stoßens der Frau eine Treppe hinab verantworten.
Im Goslarer Fall soll der Angeklagte seiner schlafenden Ehefrau eine Mischung aus Benzin und Grillanzünderflüssigkeit übergossen haben. Die Frau syrischer Herkunft erwachte in Flammen und stürzte aus dem Schlafzimmerfenster auf den Rasen darunter. Ihr ältester Sohn eilte zu Hilfe und konnte das Feuer löschen, doch ihre Verletzungen waren tödlich – sie erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verbrennungen.
Der Beschuldigte wurde noch am Tatort festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Verhandlung vor dem Landgericht läuft bereits; die nächste Sitzung ist für Freitag, den 7. November, angesetzt. Ein Urteil könnte bereits im Dezember fallen.
Im Edemissen-Fall wirft die Staatsanwaltschaft dem 40-jährigen Angeklagten vor, seine ehemalige Partnerin durch stumpfe Gewalt getötet zu haben. Er soll sie mit einem Brecheisen geschlagen und eine Treppe hinabgestoßen haben. Der Prozess findet vor dem Landgericht Braunschweig statt und steht in regionalem Zusammenhang mit dem Goslarer Verfahren.
Beide Verfahren sind noch nicht abgeschlossen; die Verhandlung im Goslarer Fall wird Anfang November fortgesetzt. Die Urteile werden über die rechtlichen Konsequenzen für die Angeklagten entscheiden, denen gewaltsame Straftaten mit Todesfolge vorgeworfen werden. Die Gerichte werden ihre Entscheidungen auf Grundlage der in den Prozessen vorgelegten Beweise fällen.
