Digitaler Stadtrundgang in Osnabrück verbindet Fußball und NS-Geschichte für junge Menschen
Leopold BeerDigitaler Stadtrundgang in Osnabrück verbindet Fußball und NS-Geschichte für junge Menschen
Ein neuer digitaler Stadtrundgang in Osnabrück bringt jungen Menschen die NS-Zeit durch die lokale Fußballgeschichte näher. Entwickelt von Schüler:innen, verbindet das Projekt Vergangenheit und Gegenwart mit Fokus auf das Umfeld des Bremer-Brücke-Stadions. Die Initiative vereint Bildung, Erinnerungskultur und die Kraft des Sports, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
Der Rundgang mit dem Titel „HistoryTrail – Spuren der NS-Zeit rund um das Bremer-Brücke-Stadion“ entstand durch die Arbeit von zwölf Schüler:innen des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Unterstützt wurden sie von Pädagog:innen, Historiker:innen sowie Partner:innen des VfL-Museums, der Initiative „Tradition lebt von Erinnerung“ des VfL Bündnisses und dem Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück. Auch die lokale Fanszene und weitere Akteur:innen vor Ort beteiligten sich an dem Vorhaben.
Auf acht Stationen führt die Tour vom Stadion des VfL Osnabrück aus durch die Stadt. An jedem Haltepunkt erläutern historische Fotos und Audiobeiträge die Bedeutung des Ortes – etwa die Instrumentalisierung des Sports durch die Nationalsozialisten, das Schicksal von Martha Müller, einer Osnabrückerin, die vom Regime verfolgt wurde, oder die Geschichte Egon Kuhns, einer Persönlichkeit, die sich der NS-Ideologie verschrieb. Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Es ist Teil des Programms „YOUTH Remembers – Lokal & Engagiert“, das jugendgetragene Initiativen zur historischen Aufarbeitung unterstützt. Parallel arbeiteten Schüler:innen der Willy-Brandt-Gesamtschule in Marl am übergeordneten Projekt „Rote Karte für das Vergessen – Wege der Erinnerung gestalten“ mit, das Fußball mit den Lehren aus der NS-Zeit verknüpft.
Der Rundgang steht nun der Öffentlichkeit zur Verfügung und bietet eine innovative Möglichkeit, sich mit der Osnabrücker Geschichte auseinanderzusetzen. Durch die Verbindung lokaler Wahrzeichen mit persönlichen Schicksalen gelingt es dem Projekt, jüngere Generationen auf anschauliche Weise an die Vergangenheit heranzuführen. Die Zusammenarbeit von Schulen, Historiker:innen und Fußballinstitutionen hat so ein nachhaltiges Bildungsangebot für Reflexion und Lernen geschaffen.
